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Schweiz Wovor haben Sie Angst?

Das grösste Risiko geht von Atomkraftwerken aus. Dieser Meinung sind zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung. Das ergab eine Umfrage der ETH Zürich im Auftrag von Schweizer Radio und Fernsehen SRF.

Legende: Video «Die Ängste von Herr und Frau Schweizer» abspielen. Laufzeit 3:35 Minuten.
Aus 10vor10 vom 23.08.2013.

61 Prozent der Schweizer Bevölkerung stufen Atomkraftwerke als sehr, beziehungsweise extrem gefährlich ein. Das zeigt die repräsentative Umfrage der ETH Zürich im Auftrag von SRF. An zweiter Stelle folgt Terrorismus mit 55 Prozent, und auf dem dritten «Sorgenrang» sind gentechnisch veränderte Lebensmittel mit 53 Prozent.

Dass die Angst vor Atomunfällen so gross ist, hat den Studienleiter Andreas Diekmann von der ETH Zürich überrascht. Das sei in vorherigen Studien nicht der Fall gewesen. Die Katastrophe von Fukushima vom 11. März 2011 habe vermutlich die Angst genährt. Damals kam es zur Kernschmelze in mehreren Reaktoren des Kraftwerks, nachdem die Region von einem Erdbeben und von Tsunami-Wellen getroffen worden war. Jürg Joss vom Verein Fokus Anti-Atom sieht auch die zunehmenden Berichte über die notwendigen Aufrüstungen der Schweizer Atomkraftwerke als möglichen Grund für die zunehmende Angst in der Bevölkerung.

Weniger Angst vor schleichenden Gefahren

Als geringe Gefahr eingestuft wurde in der Studie die Verschmutzung der Luft durch Autoabgase. Auch die Angst vor Keimen in Spitälern, die gegen Antibiotika resistent sind, ist gemäss Studie gering. Diese Gefahren würden zwar viele Opfer fordern, seien aber weniger sichtbar, sagt Studienleiter Andreas Diekmann weiter. Sie seien weniger präsent in den Medien und weil viele Menschen selber Auto fahren würden, werde die Gefahr der Luftverschmutzung auch heruntergespielt, ist Diekmann überzeugt.

Und diese Wahrnehmung von Risiken hat, so Diekmann, einen direkten Einfluss auf die Politik. «Wo die Bevölkerung Angst hat, setzt sich die Politik in Szene, obschon das effektive Risiko oft andernorts grösser ist.» Gegen den Terrorismus würden enorme Mittel eingesetzt. Die Luftqualität könnte aber mit einem Bruchteil dieses Geldes verbessert werden.

39 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Hodel, Niedergösgen
    Da wünsche ich allen,die keine Angst vor AKW's haben,einen Blick ins Innere,ins "Eingeweide" eines Reaktors,wie ich dies vor Jahren im noch jungen AKW Mühleberg während einer Revision erlebt habe.Für mich war da klar,das kann nicht sicher sein:So viele Leitungen,so viele Rohre,so viele Pumpen usw.Die sollen alle dicht und sicher sein?Wer glaubts?Da waren Schweisser,welche nach 15 Min. ihre Jahresdosis an radioaktiver Strahlung aufgenommen hatten und aus dem Reaktor mussten.Sicher?Ja,todsicher!
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  • Kommentar von Roman Bachmair, Hohtenn, Wallis
    Atomkraftwerke machen mir gerade gar keine Angst! Da ist es mir eher nicht wohl um gewisse "Gäste" , welche mich im eigenen Land überfallen oder bei mir zu Hause einbrechen. Und noch grössere Angst habe ich, keine AHV mehr zu erhalten, da diese ebenfalls durch "gewisse Gäste" bald einmal ausgeplündert ist. Noch Fragen?
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    1. Antwort von Rudi Rüssel, Hohtenn, Wallis
      Lieber Herr Bachmaier Wenn sie schon überall ihre Kommentare abgeben, benutzen sie doch bitte ihren richtigen Namen den in Hohtenn Wallis (mein Wohnort wo jeder jeden kennt) gibt es keinen Bachmaier
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  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Angst hätte ich nicht nur vor einem Reaktorunfall sondern auch von der Post die ich am Tag eins nach dem Gau von meiner Bank erhalte. Bitte bezahlen Sie Ihre Hypothek zurück da Ihr Haus kein Wert mehr hat und für diesen Fall auch nicht versichert war. Also gehen wir auf die Strahlenflucht ohne Geld im Sack! Diesen Mist haben wir uns von unseren "Volksvertretern" verkaufen lassen! Wie doof sind wir als Gesellschaft geworden?
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