Zahl der Asylgesuche im Vergleich zum Vorjahr drastisch gesunken

Im letzten Monat sind in der Schweiz knapp 2500 Asylgesuche eingereicht worden. Das sind zwar mehr als im Juni, aber deutlich weniger als im Vorjahr. Dafür sind insbesondere Asylbewerber aus einer Region verantwortlich.

In der Schweiz sind im Juli 2477 Asylgesuche eingereicht worden. Das sind zwar 6,4 Prozent mehr als im Juni, aber gut ein Drittel weniger als im Juli 2015. Dieser Rückgang ist auf die tiefere Zahl Asylsuchender aus Eritrea zurückzuführen.

Deren Gesuche nahmen um 1392 ab, wie das Staatssekretariat für Migration (SEM) mitteilte. Im Juli 2015 hatten 2130 Eritreer ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Gegenüber dem Vormonat Juni baten aber gleichwohl mehr Menschen aus Eritrea um Asyl (+226).

Eritrea bleibt wichtigstes Herkunftsland

Das SEM macht für den Rückgang gegenüber dem Vorjahr mehrere Gründe geltend: In den ersten sieben Monaten habe sich die Zahl der Eritreerinnen und Eritreer, die über das zentrale Mittelmeer Süditalien erreichen, im Vergleich zu 2015 halbiert, heisst es in einer Mitteilung.

Daneben hat im laufenden Jahr ein Drittel der Eritreer bereits in Italien ein Asylgesuch gestellt, 2015 waren es fünf Prozent. Ebenso registriere auch Deutschland eine steigende Zahl eritreischer Asylsuchender.

Das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden im Juli blieb aber Eritrea mit 738 Gesuchen, gefolgt von Somalia und Nigeria mit je 197 Gesuchen. Weitere wichtige Länder sind Afghanistan und Äthiopien.

Hunderte verlassen Schweiz kontrolliert

Noch kaum Auswirkungen dürfte die Ende Juni angekündigte neue Asylpraxis für Eritrea gehabt haben. Wer noch nie für den eritreischen Nationaldienst aufgeboten, davon befreit oder aus dem Dienst entlassen wurde, soll nicht mehr als Flüchtling anerkennt werden. Ohnehin ist die Änderung von beschränkter Tragweite und betrifft voraussichtlich wenige hundert Personen pro Jahr.

Das SEM erledigte im Juli 2378 Asylgesuche in erster Instanz. Auf der Grundlage des Dublin-Abkommens fällte es 632 Nichteintretensentscheide. 406 Personen erhielten Asyl, und 456 Personen wurden vorläufig aufgenommen.746 Personen haben im April die Schweiz kontrolliert verlassen, wie das SEM weiter schreibt.

Bei 1070 Personen hat die Schweiz einen anderen Dublin-Staat um Übernahme angefragt, 364 Personen wurden in den zuständigen Dublin-Staat überführt. Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um die Übernahme von 338 Personen ersucht, 35 Personen wurden der Schweiz überstellt.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Eritreer in der Schweiz kritisieren Asylpolitik

    Aus Tagesschau vom 12.8.2016

    Die Eritreer in der Schweiz befürchten, dass vielen Landsleuten das Recht auf Asyl verwehrt wird. Die Behörden jedoch sagen, alle gesetzlichen Vorschriften würden auch bei den hohen Rückführungszahlen eingehalten.