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Blutsauger in der Agglo Zecken stechen vor allem im Mittelland

Erstmals liegt eine geographische Karte vor, die Zeckenstiche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein abbildet. Grundlage bilden über 6000 Stichmeldungen von Nutzern einer App, welche ZHAW-Forschende seit zwei Jahren sammeln.

Die erste Zeckenstichkarte der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein basiert auf 6338 Zeckenstichen, die von Nutzern der App «Zecke» in den letzten beiden Jahren gemeldet wurden. Die Auswertung der App-Daten durch ZHAW-Forschende zeigt: Die Mehrheit der Stichmeldungen stammt aus dem urban geprägten Mittelland.

Fotos von fünf Zecken in unterschiedlichen Lebensphasen
Legende: Zeckenstadien Oben: Larve (links) und Nymphe (rechts). Unten, von links nach rechts: Ausgewachsenes Männchen, ausgewachsenes Weibchen und vollgesogenes Weibchen ZHAW, Frank Brüderli

«Wichtig ist die Erkenntnis, dass man sich nicht im Wald oder auf der Wiese aufhalten muss, um von einer Zecke gestochen zu werden», betont ZHAW-Forscher Werner Tischhauser. 23 Prozent aller Stichmeldungen kommen aus Siedlungsgebieten, 44 Prozent stammen aus Gemeinden mit offizieller FSME-Impfempfehlung des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Keine Region der Schweiz war frei von Zeckenstichmeldungen.

Zecken stechen meist unbemerkt

Das Besondere an der Zeckenstichkarte ist, dass sie aufzeigt, in welchem Gebiet jemand gestochen wurde. Bei der Auswertung und Interpretation muss laut den Forschern allerdings eine gewisse Unschärfe beim gemeldeten Zeitpunkt und Ort berücksichtigt werden: Da die Zecken beim Stich einen betäubenden Wirkstoff abgeben, bleibt der exakte Moment meist unbemerkt. Meist wird das Tier erst später entdeckt, beispielsweise beim Duschen am Abend.

Trotz dieser Umstände liefern die erhobenen Daten aber wertvolle Erkenntnisse für die Zeckenprävention.

Lange Kleider, geschlossene Schuhe

Einfache Massnahmen wie lange Kleidung und geschlossene Schuhe sowie aufgetragenes Zeckenschutzmittel sind ein wirkungsvoller Schutz. Kinder sollten am Abend konsequent von Erwachsenen von Kopf bis Fuss auf Zecken kontrolliert werden.

Legende: Video Neue Zeckenkarte abspielen. Laufzeit 2:10 Minuten.
Aus Puls vom 24.04.2017.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Esther Siefert (E.S. (parteilos))
    Gehe mal davon aus, dass diese Erhebung nicht representativ ist. Wie gross ist die Dunkelziffer ? Könnte es sein, dass Menschen aus städtischen Agglomerationen eher eine App zur Verfügung haben/verwenden ? Ich bin auch 2 mal von einer Zecke heimgesucht worden, wusste aber nicht einmal, dass es eine App gibt und habe mich somit nicht gemeldet.
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  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Einzige Feinde sind Ameisen. Leider zerstören im Wald "intelligente" Menschen immer wieder die kunstvollen Bauten dieser Tiere. Da ist es kein Wunder, wenn auch diese Spezies vom Aussterben bedroht ist. Dafür jammert man dann, wenn die Zecken überhand nehmen. Vielleicht waren die Menschen vor 40 Jahren eben noch vernünftiger im Umgang mit der Natur, Herr Pünter.
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  • Kommentar von Eva Rutishauser (Ru)
    Bedeutet die Anzahl gemeldeter Stiche jetzt "mehr Zecken" oder "mehr Menschen"?
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