Epidemie dauert an Zika-Virus: Immer noch gefährlich

Schweizer reisen wieder in von Zika betroffene Gebiete. Vorbei ist die Virus-Epidemie aber nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den weltweiten Gesundheitsnotstand wegen des Zika-Virus für beendet erklärt.
  • Touristen, die in die betroffenen Gebiete reisen, sind jedoch besonders anfällig auf eine Ansteckung.
  • Schwangere sollten die Zika-Gebiete nach wie vor meiden.

Die Zika-Epidemie hat vor rund einem Jahr in Brasilien begonnen. Das Virus breitete sich rund um den Globus aus, nach Lateinamerika betrifft es auch Länder in Asien und Afrika. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt. Die Weltgesundheitsorganisation hat das Ende des weltweiten Gesundheitsnotstandes verkündet.

«  Das Virus wird nach wie vor übertragen und kann speziell auch Touristen betreffen. »

Christoph Hatz
Chefarzt Schweizerisches Tropeninstitut

Aus den Schlagzeilen ist Zika verschwunden – und auch im Bewusstsein der Schweizer ist das Virus kaum mehr präsent.

Nachdem sie sich zu Beginn der Epidemie noch abschrecken liessen, reisen sie nun wieder in die betroffenen Gebiete. Doch eine Entwarnung ist nicht angezeigt, wie Christoph Hatz, Chefarzt am Schweizerischen Tropeninstitut, sagt. «Das Virus kann speziell Touristen betreffen.»

Erkrankte sind immun

Denn die Einheimischen sind für das Virus immer weniger empfänglich. Jene, die bereits erkrankt waren, sind nun immun. Und jene, die sich bis jetzt nicht angesteckt haben, bekommen es wohl auch nicht mehr.

Die Ausländerinnen und Ausländer hingegen bringen frisches Blut und sind besonders gefährdet. So gab es beispielsweise in Thailand oder in den Philippinen jüngst neue Fälle. Meiden müsse man die betroffenen Länder trotzdem nicht, sagt Hatz.

Risiko für Schwangere

Nur Schwangere sollten nicht in die Zika-Gebiete reisen, für alle anderen Reisenden sei das Risiko klein. «Wir sprechen hier von einem Risiko im Promille-Bereich, nicht von Prozenten», sagt Hatz.

Schutz vor dem Virus

Mücken.

Keystone

Wer bei Christoph Hatz vom Tropeninstitut um Rat fragt, wie er sich vor Zika schützen soll, erhält immer die gleiche Auskunft: «Ein guter Mückenschutz sowohl auf der Haut als auch auf den Kleidern mit verschiedenen Präparaten ist das A und O.»

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Mit Gen-Mücken gegen Zika

    Aus Tagesschau vom 1.11.2016

    Schwere Krankheiten wie Zika oder das Dengue-Fieber verbreiten sich über die gleiche Stechmücken-Art. In den USA wollen die Behörden nun gen-technisch veränderte Mücken freisetzen, um diese Krankheiten einzudämmen. Kritik wird laut.

  • Im Juli tauchte das Zika-Virus in Miami im US-Bundesstaat Florida auf. Seit Anfang Jahr fordert US-Präsident Barak Obama 1,9 Milliarden Dollar, um die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen. Noch keinen Cent hat der Kongress gesprochen.

    USA – kein Geld für die Bekämpfung des Zika-Virus

    Aus Echo der Zeit vom 8.9.2016

    Im US-Bundesstaat Florida sind über 50 Zika-Infektionen bestätigt, auch in anderen Bundesstaaten ist es zu lokalen Übertragungen durch Mücken gekommen. Trotzdem hat die US-Gesundheitsbehörde bisher kein Geld für die Bekämpfung erhalten.

    In Washington liegt sich der Kongress wegen der Finanzierung seit Monaten in den Haaren.

    Priscilla Imboden