Zum Inhalt springen

Header

Audio
Neuer Untersuchungsbericht zum Zürcher Corona-Management im Frühling 2020
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 21.04.2021.
abspielen. Laufzeit 02:44 Minuten.
Inhalt

Zu optimistisch in der Krise Corona-Sommer 2020: Schlechte Noten für die Zürcher Regierung

Eine Untersuchung aus dem Zürcher Kantonsrat kommt zum Schluss, dass vor allem im Sommer 2020 bezüglich Corona Fehler passierten.

  • Der Zürcher Regierungsrat habe die Lage im Juni 2020 zu optimistisch beurteilt und zum Beispiel den Sonderstab zu schnell abgeschafft.
  • Zu diesem Schluss kommt die Corona-Sonderkommission des Zürcher Kantonsrats in ihrem Bericht.
  • Die aus Parlamentariern bestehende Gruppe hat untersucht, wie der Kanton und die Regierung in der Pandemie vorgegangen sind.

«Insgesamt gut» habe Zürich die erste Welle der Pandemie gemeistert, schreibt die siebenköpfige Sonderkommission des Kantonsrates in ihrem 56-seitigen Bericht. Sie hat dafür fast dreissig Personen aus der Regierung, aus der Verwaltung und auch aus den Gemeinden befragt.

Im Zeitraum des ersten Shutdowns, von Ende Februar bis Anfang Juli 2020, seien aber auch Fehler passiert. Am stärksten kritisiert die Kommission die Pandemievorbereitung. Wie andernorts auch fehlte es im Frühling in Zürcher Spitälern und Heimen an Schutzmaterial wie Masken oder Handschuhen.

Video
Bericht übt Kritik an Zürcher Corona-Krisenmanagement
Aus Tagesschau vom 21.04.2021.
abspielen

Als Beispiel nennt der Vizepräsident der Sonderkommission, Tobias Langenegger (SP), einen Brief, den der Zürcher Kantonsarzt im November 2019 an Gesundheitsinstitutionen und Gemeinden verschickte. Er erinnerte darin an die Pflicht zur Pandemievorsorge. Trotzdem kam es zu Engpässen. «Das zeigt deutlich, dass die Konzepte zur Pandemievorsorge in Zürich zu wenig ernst genommen wurden», sagt Langenegger.

Sonderstab zu schnell abgeschafft

Auch im Sommer kam es zu Versäumnissen. Der Regierungsrat habe die Lage im Juni 2020 zu optimistisch beurteilt. «Die Herausforderungen, die sich hinsichtlich einer langfristigen Eindämmung der Pandemie stellen, waren unterschätzt worden», heisst es im Bericht der Sonderkommission.

Als Beispiel für zu grossen Optimismus erwähnt die Kommission etwa, dass der Regierungsrat nach Ende der ausserordentlichen Lage schnell zurück zum «Normalbetrieb» ging. Er schaffte zum Beispiel den Corona-Sonderstab bereits im Juni 2020 ab. «Verfrüht», findet die Kommission. Tatsächlich musste der Regierungsrat den Sonderstab dann einige Wochen später, am 10. Juli, wieder einsetzen, weil die Fallzahlen anstiegen.

Arbeit geht noch weiter

Als Ergebnis ihrer Untersuchung gibt die Kommission 16 Empfehlungen ab - quasi für die nächste Pandemie. Sie fordert unter anderem eine bessere Einbindung verschiedener Behörden in die Krisenorganisation und eine verbindlichere Pandemie-Vorbereitung. Zudem brauche es regelmässige Übungen zur Krisenbewältigung. Und angemessene Führungsstrukturen.

Die Kommission ist mit ihrer Arbeit noch nicht fertig. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie weitere Themen untersuchen, die sich im Laufe der Pandemie ergaben, etwa das Contact Tracing oder die Maskenpflicht.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 21.04.21, 12:03 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Die Handhabung im Kanton ZH war und ist absolut unprofessional und dilettantisch. Frau Rickli steht hierfür genauso in der Verantwortung wie Herr Berset auf nationaler Ebene.
    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      M. Frei in solcher unsicheren Situation, die es noch nie gab, haben ziemlich alle unprofessionell gehandelt, da es Neuland für alle war. Sei dies eben beim Bund, oder in den Kantonen. Dennoch denke ich ist es einfach menschlich, dass man nicht über alles erhaben sein kann. Es ist nicht nur Herr B. SP oder N.R. SVP.Denke es bräuchte ein widerstandsfestet Management, wo unter allen betroffenen Einheiten besteht und so auf unterschiedlichen Ebene leiten kann,damit dies ausgleichend behandelt wird.
  • Kommentar von Fabrizio Gamp  (Fgamp)
    Aktuell schlecht zu benoten zumindest aus meiner Sicht: Findet man sich nicht zurecht auf www.zh.ch/de/gesundheit/coronavirus/coronavirus-impfung.html und möchte sich telefonisch erkundigen zur Impfung, so gibts "Impfhotline" ZH. Auf Website ist's sozusagen getarnt und es fiel mir erst in Telefonrechnung auf, es ist 0848-Telnr. mit Zusatzkosten für Anrufer. Ich kann mir die 20 Rp. leisten, aber kann gar auf obiger Website angepriesene Ermutigung & Kostenerlass zur Impfung nicht mehr erklären...
  • Kommentar von vonschallen adolf  (Avonschallen)
    Es ist jetzt mal so wie es ist. Fehler wurden viele gemacht und das auf allen Ebenen. Schauen wir, dass wir so schnell wie möglich aus dieser Situation rauskommen. Die Aufarbeitung wird kommen und sollte uns helfen es nächstes mal besser zu machen.