Zugunglück behindert Bahnverkehr in der Westschweiz

Im Waadtländischen Daillens sind in der Nacht sechs Zisternenwagen eines Güterzugs entgleist. Verletzt wurde niemand, es entstand aber grosser Sachschaden. Züge müssen umgeleitet werden. Wohl auch noch am Montag, wenn der Berufsverkehr wieder einsetzt.

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Wartezeiten für Pendler nach Zugunfall

1:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 27.4.2015

Im Bahnhof von Daillens (VD) auf der SBB-Strecke über Biel nach Genf sind kurz vor 3 Uhr in der Nacht die letzten sechs Zisternenwagen eines Güterzuges aus den Schienen gesprungen. Fünf Wagen kippten dabei um. Nach Angaben der SBB umfasste der Güterzug 22 Wagen verschiedener Eigentümer. In den Zisternenwagen befanden sich zwei handelsübliche Säuren, eine Lauge, ein umweltgefährdender Stoff sowie ein entzündbarer, flüssige Stoff.

Einer der Zisternenwagen ist beim Unfall leck geschlagen, wie ein Sprecher der Waadtländer Kantonspolizei am Mittag bekannt gab. Rund 25 Tonnen 98-prozentiger Schwefelsäure flossen aus. «Es bestand zu keinem Zeitpunkt ein Risiko für die Bevölkerung», sagte Sylvain Rodriguez von der Waadtländer Direktion für Umwelt vor den Medien. «Was die Verschmutzung von Gewässern angeht, sind die Informationen bisher eher beruhigend», so Rodriguez weiter.

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Zugwagen leck geschlagen

1:23 min, aus Tagesschau am Mittag vom 25.4.2015

Laut SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser liegen die Bahnwagen in einer lang gezogenen Kurve neben den stark beschädigten Gleisen und Oberleitungen. Die Unglücksstelle liege in einer Talsenke zwischen zwei Dörfern.

Neben dem leck geschlagenen Wagen enthielten noch drei weitere chemische Substanzen: Ein Wagen war mit 57 Tonnen Natronlauge beladen, der zweite mit 52 Tonnen Salzsäure und der dritte mit 23 Tonnen Methylen. Bei diesen Wagen wurden jedoch bisher keine Lecks gefunden.

Keine Gefahr für Bevölkerung

Der Unfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Post-Verteilzentrums. 20 Mitarbeiter der Post wurden evakuiert, die Gegend um den Unglücksort weiträumig abgesperrt.

Der Unfall hat grossen Schaden an der Bahninfrastruktur verursacht. Auf einer Länge von rund 300 Metern sind die Gleise sind massiv beschädigt. Auch das Stellwerk in Daillens wurde beschädigt. Wegen der massiven Schäden rechnet die SBB damit, dass die Linien Lausanne–Yverdon und Lausanne–Vallorbe voraussichtlich für mehrere Tage unterbrochen bleiben.

Bahnverkehr in die Westschweiz behindert

Zwischen Cossonay-Penthalaz und Vallorbe/Yverdon fahren Bahnersatzbusse, Richtung Lausanne verkehren die Regionalzüge, schreibt die SBB in einer Mitteilung. Reisende in Richtung Neuenburg und Biel werden über Bern gelenkt. Reisende von Lausanne mit dem TGV nach Paris verkehren via Genf. Neben Kundenlenkern an den Bahnhöfen können Verkehrsinformationen auf www.166.ch abgerufen werden.

Bahnunglück in Daillens