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Schweiz Zukünftig ein Pfand für exportierten Sondermüll?

Rund 15 Prozent des Sondermülls der Schweiz wird zur Entsorgung exportiert. Kann der Müll aber im Ausland doch nicht beseitigt werden, fallen die Kosten der Beseitigung auf den Bund zurück. Der Bundesrat will dies nun ändern.

Firmen, die Sondermüll ins Ausland exportieren, sollen ein Depot hinterlegen müssen. Der Bund will sich damit finanziell absichern. Bisher bezahlte die öffentliche Hand für die Entsorgung, falls ein Exporteur Konkurs ging. Heute läuft die Vernehmlassungsfrist dazu ab.

Bisher musste die Schweiz in zwei Fällen bereits exportierten Sondermüll wieder zurücknehmen. Im Fall Refonda ging's um Salzschlacke, die von Portugal zurückkam, weil dort die Entsorgungsanlage gar nie in Betrieb genommen wurde. Im zweiten Fall ging's unter anderem um Auto-Schredder-Abfall, der eigentlich in Frankreich verbrannt werden sollte. Doch die Anlage selbst wurde bei einem Brand zerstört.

Das zweite Verfahren ist noch am Laufen. Angaben zu den finanziellen Konsequenzen macht das Bundesamt für Umwelt (Bafu) keine. Der Refonda-Fall kostete den Bund acht Millionen Franken.

Pfand für retournierten Sondermüll

Beat Frey, Abfall-Spezialist beim Bafu sagt dazu: «Es ist unschön, wenn die Öffentlichkeit gerade stehen muss. Die Abfallwirtschaft soll sich selber tragen.»

Deshalb sollen die Sondermüll-Exporteure eine Sicherheitsleistung hinterlegen, als Bankgarantie oder Versicherung. Der Bund hätte so ein Pfand in der Hand, falls der Exporteur Konkurs geht und der Sondermüll retourniert wird zum Beispiel wegen höherer Gewalt.

Die betroffenen Firmen seien mit den Vorschlägen des Bundes einverstanden, heisst es beim Bafu. Das zeigten die Antworten in der Vernehmlassung.

Sondermüll im Inland entsorgen?

Von Seiten der Umweltverbände kommt allerdings immer wieder generelle Kritik am Export von Sondermüll. Das Umweltschutzgesetz verlangt nämlich, dass Abfälle möglichst im Inland entsorgt werden müssen. Das sei beim Sondermüll nicht immer möglich, sagt Bafu-Experte Frey. Diejenigen Abfälle, die exportiert würden, könnten in der Schweiz nicht behandelt werden. Oder aber die Kapazitäten in der Schweiz seien zu klein. «Es sind überwiegend diejenigen Abfälle, die Schwermetalle oder Nicht-Eisen-Metalle enthalten.»

2011 exportierte die Schweiz 270'000 Tonnen Sondermüll. Das sind rund 15 Prozent der gesamten Menge.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Mathys, Etziken
    Nicht nur ein Pfand bei Sondermüll sondern auch für Aludosen,PET-Flaschen und Takeaway Verpackungen. Mindestens CHF. 5.--!! Diese Sauerei hier zu Lande geht auf keine Kuhhaut. Wenn die Erziehung nicht fruchtet, dann halt über das Geld. Open Air Frauenfeld lässt grüssen.
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Die Umweltverbände möchten in der Schweiz mit Sicherheit keine Entsorgung, sie möchten ganz einfach alles verbieten, was so allgemein als Sondermüll bezeichnet wird. Was sich trotzdem nicht verbieten liesse, müsste natürlich so teuer werden, dass letztlich niemand mehr es kaufen würde. Ich kann das Wort Umweltverbände schon bald nicht mehr hören, es sind immer die gleichen roten Ideologen, die sich gelegentlich der grünen Maske bedienen. Anderen immer Wasser predigen, selber aber Wein saufen....
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    1. Antwort von H. Bernoulli, Zürich
      Was für eine Welt möchten Sie den nächsten Generationen überlassen, hier und anderswo? Warum immer mehr produzieren und konsumieren, warum muss die Wirtschaft stets exponentiell wachsen, wenn wir dabei die Welt vergiften? Ging's nicht auch mit weniger bzw. ab einem gewissen Level mit etwa immer gleichviel Produktion?
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  • Kommentar von B. Bühler, Biel
    Exportieren? Verdünnen und in die Flüsse kippen. Solange die Grenzwerte nicht überschritten werden ist ja alles in Ordnung. Oder?
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