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Schweiz Zum Auswärtsessen sagen immer mehr «Nein danke»

Nach dem Einkaufstourismus jetzt der «Gastro-Tourismus»: Immer mehr Schweizer gehen im grenznahen Ausland essen. Dadurch verliert die hiesige Gastronomie angeblich jedes Jahr 4 Milliarden Franken. Auch sonst gab die Bevölkerung weniger Geld in Restaurants und Bars aus.

Legende: Video Schweizer Gastronomie leidet abspielen. Laufzeit 1:45 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.04.2015.

Die Schweizer Bevölkerung hat im vergangenen Jahr für Essen und Trinken ausser Haus erneut weniger Geld ausgegeben. Verglichen mit dem Vorjahr gingen die Ausgaben 2014 um 1,9 Prozent auf 22,7 Milliarden Franken zurück.

Während die Ausgaben fürs Essen bei rund 15,1 Milliarden Franken stagnierten, schrumpften jene für Getränke um 400 Millionen Franken und lagen 2014 noch bei 7,6 Milliarden Franken. Dies geht aus den Zahlen von GastroSuisse hervor, die der Branchenverband in Bern präsentierte.

Im Vergleich zum Jahr 2013 fiel der Umsatzrückgang des Gastgewerbes im vergangenen Jahr aber etwas weniger stark aus. Damals lag das Minus bei 2,6 Prozent.

«Respekt vor Sommersaison»

Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse sprach denn auch von einer «durchzogenen Jahresbilanz, bei der das Positive überwiegt». Eingetrübt haben sich die Aussichten seit Anfang dieses Jahres durch den Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzuheben. Dadurch hätten sich die Angebote der Branche auf einen Schlag weiter verteuert, sagte Platzer.

Eine Käseplatte auf einem Tisch mit einem Rotwein-Glas.
Legende: Immer weniger Leute lassen sich auswärts verwöhnen. Die Gastrobranche vermeldet weniger Einnahmen. Keystone/Symbolbild

Wie sich der Entscheid der Nationalbank mittelfristig auswirke, müsse sich erst noch weisen. Doch die Branche habe einen «gehörigen Respekt vor der Sommersaison», sagte Platzer. Die jüngsten Konjunkturprognosen würden jedenfalls Anlass zur Sorge bieten.

Neues Problem «Gastronomie-Tourismus»

Dazu trete ein neues Phänomen auf, denn viele Schweizer würden vor den hohen Preisen ins Ausland flüchten, sagte Platzer: «Es gibt nicht nur den Einkaufs-Tourismus, sondern auch den Gastronomie-Tourismus.»

Gemäss einer von GastroSuisse in Auftrag gegebenen Studie gaben 36 Prozent von über 1000 Befragten an, während der letzten drei Monate im benachbarten Ausland gegessen zu haben. Dadurch gingen der Schweizer Gastronomie jährlich rund 4 Milliarden Franken verloren, so die Hochrechnung des Verbandes.

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90 Kommentare

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  • Kommentar von bart wakker, zürich
    Bald wird wohl ein Interessenverband mit der Idee kommen, den Tourismus als ganzes zu verbieten. D.h. natürlich nur Tourismus von den Einwohnern der Schweiz ins Ausland. Denn das schwächt der Wirtschaft, was heutzutage der einzige Wert zu sein scheint, der noch zählt. Aufgrund von existenz Ängsten goutiert die Bevölkerung ja eh fast alles.
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  • Kommentar von Lena Meier, Aarau
    Vielleicht geht es anderen Leuten einfach so wie mir: jährlich höhere Krankenkassenprämien, höhere Kosten für öff. Verkehr, Steuern etc., etc. bei gleichbleibendem Lohn. Diese Mehrkosten muss man sich halt bei anderen Budgetposten wieder einsparen. Hausgemachtes Sandwich statt Restaurantbesuch bietet sich an.
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    1. Antwort von Hans Glauser, Herlisberg
      In Ihrem speziellen Fall ist es nicht ratsam sich auswärts zu verpflegen. Wir mussten früher auch unten durch und konnten uns fast nichts leisten, waren jedoch genau so zufrieden wie heute.
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  • Kommentar von andreas baumann, amriswil
    Die Guten Gastronem klagen alle aber begreiffen nicht das sie einfach zu teuer sind und mann es mit der menge machen muss, die entschuldigung die löhne seien zu hoch und die lebensmittel , ein Face, den die löhne sind nicht sehr hoch in der gastronomie und dviele gehen ja in deutschland ihre sachen einkaufen,für mich ist das dumm. den mein grossvater hatte ein lokal und auch hier örtlich güsnstige preise und mit der meng mache, da bestellt mann auch genre noch einen 2 kaffe ;-) de kanns ja auch
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