Zum Inhalt springen

Zum Schutz der Jungen Initiative will Tabakwerbung weitgehend verbieten

Legende: Video Restriktives Werbeverbot für Tabak abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.12.2017.
  • Weitgehende Werbeverbote gegen das Rauchen haben letztes Jahr im bürgerlich dominierten Parlament Schiffbruch erlitten.
  • Bundesrat Alain Berset (SP) hat darum Anfang Dezember eine zweite, abgespeckte Version des neuen Tabakprodukte-Gesetzes vorgestellt. Dieses sieht zwar Werbeverbote von Tabak in Gratiszeitungen vor nicht aber auf Plakaten an Open Airs oder im Kino.
  • Eine breite Allianz aus Ärzten, Apothekern, Drogisten und Vertetern der Gesundheitsförderung hat am Mittwochnachmittag eine Initiative beschlossen: «Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung».
  • Diese würde die Werbung für Tabak massiv einschränken und zum Beispiel Festival-Sponsoring oder Online-Werbung verbieten.

Kinder und Jugendliche sollen gar nie mit dem Rauchen beginnen. Darum soll es zum Beispiel in Zeitungen auch keine Werbung mehr geben – denn diese lesen auch Junge. Um das durchzusetzen, hat eine Gesundheits-Allianz um Ständerat Hans Stöckli (SP) eine Initiative beschlossen, wie die «Tagesschau» erfahren hat.

«Kinder und Jugendliche unter 18 dürfen nicht rauchen und keine Rauchprodukte erwerben», sagt Hans Stöckli, Präsident der Allianz Gesunde Schweiz. Daher solle auch an sie gerichtete Werbung nicht gestattet sein.

Bereits heute ist Zigaretten-Werbung auf Plakaten im öffentlichen Raum in vielen Kantonen verboten. Diesen kantonale Flickenteppich will die Initiative nun mit einem nationalen Plakat-Werbeverbot ersetzen.

Auch Haus- und Kinderärzte engagieren sich

Neu sollen aber auch Kinowerbung, Inserate in Zeitungen, Festival-Sponsoring und Online-Werbung für Tabak verboten werden. Also immer dann, wenn die Werbung Kinder oder Jugendliche auch erreichen könnte. Im Februar soll mit der Unterschriften-Sammlung begonnen werden.

Auch der Präsident der Haus- und Kinderärzte Schweiz, Phillippe Luchsinger, engagiert sich aktiv für die neue Initiative. Dies, weil Zigaretten-Werbung gerade bei Jungen besonders verfange.

Es gebe Studien, die zeigten, dass das Aufhören sehr schwierig ist, wenn man in jugendlichen Jahren mit Rauchen begonnen hat, sagt Luchsinger. «Das erleben wir auch in der täglichen Praxis.» Leute vom Rauchen wegzubringen, auch wenn sie es wollen, sei eine immense Arbeit. «Und das wollen wir primär schon verhindern», so Luchsinger.

Mehr Selbstverantwortung

Zu weit geht die jetzige Initiative dem Freisinnigen Nationalrat Bruno Pezzatti aus Zug. Er wehrte sich letztes Jahr im Parlament erfolgreich gegen ein weiter gehendes Werbeverbot für Tabakprodukte.

«Wir haben bereits jetzt einen wirksamen Jugendschutz und einen sehr guten Nichtraucherschutz», sagt Pezatti. Er sei daher der Auffassung, dass mit weiteren Regulierungen und Verboten Schluss sein müsse. «Wir müssen uns überlegen, die Jugendlichen mit anderen Massnahmen zur Selbstverantwortung zu erziehen.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Wie die Alten sungen zwitschern die Jungen... (Vorbildsyndrom) dagegen ist auch ein Werbeverbot unbedeutend!..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
    Wissen die leute überhaupt wie man mit dem Rauchen beginnt ? Nicht durch Werbung. Meine erste Kippe fand ich mit 12 am Boden, eine komplette noch nicht angerauchte und die hab ich dann geraucht. Irgendwann kommen dann Irische Verhältnisse zu uns. Dort dürfen Zigaretten nur versteckt verkauft werden also man hat keine Auswahl. Man muss bereits am Anfang wissen welche man will und die Geschäfte haben es unter der Kasse.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Und wie kommt ein 12-jähriges Kind auf die Idee, eine Zigarette vom Boden aufzuheben und zu rauchen? Vielleicht doch auch, weil es die Bilder von den coolen Leuten aus der Werbung im Kopf hat? Warum verdrängt es das Wissen darum, dass Rauchen eigentlich nur Nachteile hat, von gesundheitlichen über finanzielle bis zu olfaktorischen?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      @P. Z.: Übergewicht und seine Folgen zählt u. a. auch zur Volkskrankeit Nr 1. Übergewicht schädlich ist & hohe Gesundheitskosten verursacht, wird ja Werbung für Süsskram auch nicht verboten. Und gerne werden ja süsse Nascheierein vor den Ladenkassen aufgebaut, wo dann Kinder so lange quängeln, bis die Eltern einknicken & sie kaufen. Müsste wenn, denn auch verboten werden. Eigentlich ja alles aus der Werbung verschwinden, welches uns gesundheitlich schaden kann. Auch die Autowerbung!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
      @drpesche Nein nicht durch Werbung sondern durch die Kaugummizigaretten die es früher noch gab. Heute bekommt man die nur nach an gewissen Orten wie zb. in der Koscher Abteilung eines Coops. Importiert aus Israel. Schüskram ist schlimmer und Übergewicht wie E.W. sagte ist die Volkskrankheit Nr. 1. Also man könnte vieles verbieten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Manuel Hauri (manu)
    Endlich kommt das Werbeverbot vors Volk. Sachlich lassen sich keine Argumente finden, warum für Tabak jemals Werbung gemacht wurde. Wer rauchen will solls halt tun. Solange er nicht andere beeinträchtigt, ist es seine Sache. Doch Werbung dafür, sorry das ist pervers. Übrigens: Soll niemand mit der Mär vom freien Markt und mündlgen Bürger kommen, solange die Tabakfirmen und Raucher nicht alle Folgekosten, die das Produkt verursacht, zu 100% selbst berappen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Connie Mueller (Connie Elizabeth)
      Also einverstanden wenn sie alle Folgekosten vom Kaffeekonsum, Alkoholkonsum usw auch selber bezahlen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Peter Zurbuchen (drpesche)
      Wir können gerne auch die Werbung für Alkohol (das sowieso) und Kaffee verbieten. Sehe da absolut kein Problem darin.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen