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Zuspruch für Pflegeinitiative Spitäler zeigen Herz für Pfleger

  • Pflegenotstand in Spitälern und Heimen: Derzeit wird viel über den Mangel an geeignetem Pflegepersonal diskutiert.
  • Die Initianten der Pflegeinitiative versprechen sich Abhilfe – der Bundesrat lehnt sie ohne Gegenvorschlag ab.
  • Wichtige Player signalisieren nun Unterstützung – zum Missfallen der Gegner.
  • Die fünf grossen Schweizer Universitätsspitäler bringen der Initiative zumindest offene Sympathien entgegen.

So zum Beispiel das Universitätsspital Zürich: Die Direktorin der Pflege, Rebecca Spirig, sagt zu SRF: «Das Unispital Zürich steht der Pflegeinitiative sehr positiv gegenüber. Wir sind generell für eine starke Pflege.»

So fordert die Initiative etwa: Bund und Kantone sollen sicherstellen, dass genügend Pflegefachpersonen zur Verfügung stehen. Auch das Inselspital Bern und das Universitätsspital Genf teilen auf Anfrage mit: Die Initiative sei zu begrüssen.

Die Unispitäler von Basel und Lausanne haben Pflegedirektorinnen in ihren Spitalleitungen, die öffentlich in Komitees für die Initiative kämpfen – beide mit Erlaubnis ihrer Chefs.

Auch Pflegedirektorin Spirig aus Zürich ist im Initiativkomitee. Sie will in einem Abstimmungskampf für ein Ja werben. Aber: nicht im Spital. «Wir sind für eine starke Pflege. Aber in unserem Spital den Wahlkampf auszurufen – das ist ganz sicher nicht eines öffentlichen Spitals würdig», sagt sie.

Die Universitätsspitäler sind mehrheitlich von der Öffentlichkeit getragen. Sie können damit ihre Kosten relativ einfach auf Versicherungen, Prämien- und Steuerzahler überwälzen.
Autor: Thomas de CourtenSVP-Nationalrat und Präsident der Gesundheitskommission

SVP-Nationalrat Thomas de Courten, Präsident der Gesundheitskommission im Nationalrat, hat keine Freude an der Positionierung der Universitätsspitäler. «Die Universitätsspitäler überraschen jetzt mit ihrer Unterstützung», sagt er.

De Courten befürchtet einen Kostenschub: Die Initiative verlangt, dass Pflegefachleute gewisse Leistungen neu selbstständig bei den Krankenkassen abrechnen dürfen – also ohne ärztliche Anordnung. Denn es sei unsinnig, wenn Pflegepersonen für alles eine ärztliche Verordnung einholen müssten, so die Initianten.

Unispitäler stellen sich gegen eigenen Dachverband

Doch die Position der Unispitäler stört de Courten. Mehrkosten trage ein Unispital nicht selber. Er erklärt: «Die Universitätsspitäler sind mehrheitlich von der Öffentlichkeit getragen – also von den Kantonen. Sie können damit ihre Kosten relativ einfach auf Versicherungen, Prämien- und Steuerzahler überwälzen».

Die Unispitäler stellen sich pikanterweise auch gegen ihren eigenen Dachverband der Schweizer Spitäler H+. Dieser lehnt die Initiative ab und will einen Gegenvorschlag. Das Parlament wird sich in etwa einem Jahr mit der Pflegeinitiative beschäftigen.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Wenn diese Initiative die Pflege von Hilfsbedürftigen in der Schweiz wirklich verbessert kann man gar nicht anders als sie zu unterstützen.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Alterspflegeleistungen sollten vom Profitgedanken ausgenommen werden und als Grundversorgung deklariert werden. Mal abgesehen davon, dass wir uns mit Umverteilung staatlicher Subventionen diese sehr gut leisten können, sind da der gesellschaftliche Tendenzen schwerwiegend: geht nicht an, dass die Gesellschaft die Überalterung hinnimt, ohne dass grundlegende Phänomene dieser Überalterung etwas kosten dürfen. Das, würde ich sogar sagen, ist eine epochale Ignoranz!
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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Es ist einfach Herz zu zeigen für die Initiative, solange man die Folgekosten nicht selber tragen muss und das ist bei den Spitälern der Fall. Jede andere Berufsgruppe muss selber schauen, dass es genügend Nachwuchs gibt. Es macht keinen Sinn eine Berufsgruppe einseitig zu bevorteilen zu Lasten der Steuerzahler.
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    1. Antwort von Daniel Bucher (DE)
      Offensichtlich wollen viele Kommentarschreiber eine Bevorzugung einer bestimmten Berufsgruppe (vermutlich ihrer eigenen). Die damit verbundenen höheren Kosten muss ja niemand direkt bezahlen. Schliesslich obliegt es den Krankenkassen die Mehrauslagen zu übernehmen. Aber bitte dann nicht mehr jammern, wenn die KK Prämie wieder überproportional steigt.
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    2. Antwort von Katharina Regli (Kathareina)
      Es gäbe genügend Nachwuchs würde man von Flüchtlingen einen solidarischen Dienst in diesem Sektor verlangen (wie Zivildienst). Nach einem anfänglichen Mehraufwand könnten die ausgebildeten Pflegenden entlastet werden und gewisse Aufgaben abgegeben werden. Vielleicht würde sich so auch neues Personal finden, das eine Ausbildung meistern kann.
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