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Schweiz Zwei Wölfe am Calanda auf der Abschussliste

Zwei Jungwölfe aus dem Calanda-Rudel sollen abgeschossen werden. Verbunden damit ist die Hoffnung, dass das Rudel sein Verhalten ändert und wieder mehr Scheu vor den Menschen zeigt.

Legende: Video Abschüsse sollen Calanda-Rudel einschüchtern abspielen. Laufzeit 3:47 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 21.12.2015.

Die Wölfe am Calanda über dem Churer Rheintal gebärdeten sich in letzter Zeit immer unerschrockener: Im Oktober rissen mehrere Wölfe am Maiensäss Valenserberg ein neugeborenes Kalb. Das war das erste Mal, dass Wölfe im Kanton St. Gallen Grossvieh angriffen. Vermehrt tauchten sie auch in Siedlungen auf.

Gefahr für Menschen wächst

Nun soll es zwei Wölfen an den Kragen gehen: Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat dem Gesuch der Kantone St. Gallen und Graubünden von Ende November zugestimmt und eine Abschussbewilligung erteilt. Die Kantone hatten auf die steigende Gefahr für die Menschen hingewiesen, wenn Wölfe vermehrt in Siedlungen vorstiessen.

Artgenossen sollen Tod mitbekommen

Mit dem Abschuss zweier Jungwölfe soll das Verhalten des Rudels beeinflusst werden. Damit die Massnahme wirkt, hat das Bafu Empfehlungen für den Abschuss herausgegeben:

  • Es empfiehlt den Kantonen, nicht zwei Wölfe aufs Mal abzuschiessen.
  • Getötet werden sollen die Wölfe dann, wenn die anderen Rudeltiere dabei sind.
  • Zudem soll der Abschuss in Siedlungsnähe und «während der Aktivitätszeit der Menschen» erfolgen, also zwischen 6 und 22 Uhr.

Die Behörden hoffen, dass die Wölfe so aus dem Tod ihrer Artgenossen etwas lernen und ihr Verhalten ändern.

Nach dem Abschuss des ersten Wolfes soll das Verhalten des Rudels daher verstärkt beobachtet und dokumentiert werden.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die Wölfe haben es vorgezeigt und sehr rasch gelernt, mit unserer fast flächendeckenden Anwesenheit und unseren Infrastrukturen klar zu kommen. Wieso sollten wir es also nicht auch schaffen, mit Wölfen zusammen zu leben, ohne sie gleich zu erschiessen? Das Zusammenleben mit Wölfen in unserer zersiedelten Umwelt muss von uns neu erlernt werden und bedarf unserer Bereitschaft und Toleranz.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Frage mich warum das Zusammenleben mit dem Wolf in anderen Ländern einvernehmlich ist. Deutschland, Rumänien und Italien haben da weniger Probleme. Bei uns scheint es so, dass man den Wolf gar nicht will und alle möglichen Ausreden sucht um ihn los zu werden. Auch wenn sich ein Jungwolf eher einmal neugierig zeigt, hat das mit «abnormalem» Verhalten nichts zu tun. Auch die Jäger sollten genügend Wild übrig lassen damit die Wildtiere genügend Futter haben und nicht alles für sich zu beanspruchen.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Es ist ja bekannt, dass Wölfe den Bündner und Walliser nicht in Kram passen. Nichts Neues. Sofort erschiessen ist die Devise. Die Gefahr für die Menschen ist minimal. Dass Wölfe, ähnlich wie Füchse oder Rehe, nahe an Siedlungen kommen, ist nicht ungewöhnlich und muss nicht unbedingt problematisch sein. Durch Abschüsse kann das Rudel als Sozialverband destabilisiert werden, und es kann zu mehr Nutztierrissen und auffälligem Verhalten kommen.
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