Zum Inhalt springen

Schweiz Zweinutzungshühner als Lösung gegen die Küken-Vernichtung

Ostern wird symbolisch mit dem Ei in Verbindung gebracht. Die brutale Realität in der Eierproduktion ist aber, dass männliche Küken von Legehennen nach dem Schlüpfen aussortiert und getötet werden. Sie geben keine Eier und setzen kaum Fleisch an. Eine neue Hühnerrasse soll das nun ändern.

Legende: Video «Zweinutzungshühner gegen die Küken-Vernichtung» abspielen. Laufzeit 1:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.04.2015.

Das Ei ist das wohl bekannteste Fruchtbarkeitssymbol, das an Ostern eine aussergewöhnlich hohe Bedeutung erhält, vielleicht noch neben den Häschen. Aber kaum im Bewusstsein ist, dass für die Produktion von Ostereiern und Legehennen alle frisch geschlüpften männlichen Küken aussortiert werden. Sie legen keine Eier und setzen zu wenig Fleisch an und werden darum unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet.

Auf dieses oft kritisierte Vorgehen hat der Grossverteiler Coop reagiert und im vergangenen Jahr einen Versuch mit einer neu gezüchteten Hühnerrasse gestartet. Bei dieser Rasse eignen sich die männlichen Tiere für die Mast und werden nicht einfach vernichtet.

Zweinutzungshühner für Eier und Fleisch

Früher war es anders: Die Hennen legen Eier, und die Hähne liefern Fleisch und waren somit echte Zweinutzungshühner. Mit der Weiterzüchtung von Hühnerrassen wurde in der Vergangenheit nur Wert auf eine hohe Eierproduktion gelegt. Masthähnchen aus diesen Rassen wachsen langsamer und benötigen mehr Futter und sind darum für die Pouletproduktion unrentabel.

Für das diesjährige Ostergeschäft liegen nun zum dritten Mal Poulets von Zweinutzungshühnern bei Coop in den Kühlregalen. Sie sind etwas teurer als die herkömmlichen Poulets mit Bio-Label.

Mit dem Projektverlauf ist der Grossverteiler zufrieden. Urs Meier, Mediensprecher von Coop sagt, dass man hinsichtlich der Qualität des Fleisches wie auch der Eier zufrieden sei. «Es geht hier weniger um die Effizienz, als eben um die Moral und um das Tierwohl.»

Kunden äussern sich positiv zu den Zweinutzungshühnern, wobei der Preis aber doch eine Rolle spielt.

Zu hohe Kosten für die Mast

Auch der Schweizer Tierschutz unterstützt den Versuch mit den Zweinutzungshühnern. Denn die Realität in der Geflügelbranche mit der massenhaften Vernichtung frisch geschlüpfter Hähne ist unethisch.

Auch für Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, ist dieses Vorgehen keine zufriedenstellende Lösung. Das heutige Zweinutzungshuhn aber auch nicht. Es sei noch zu wenig attraktiv im Vergleich zur herkömmlichen Produktion:

«Die Kosten bei der Mast sind noch zu hoch, man braucht mehr Tage, bis die Tiere die Schlachtreife erreicht haben. Und das bringt zusätzliche Kosten», sagt Ritter.

Im Mai schliesst Coop die Projektphase ab. Ob Poulets vom Zweinutzungshuhn fest ins Sortiment aufgenommen werden, hängt dann auch von der Nachfrage ab.

19 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von angela keller, sirnach
    Gegen die Tötung der mänl. Kücken kann man nur den Kauf der Gügeli fördern. Auch wenns etwas mehr kostet. Gute Nahrungsmittel kosten etwas und wenn man dem Tierwohl beisteuern kann - dann erst recht.Leben ist Kostbar auch das eines Kückens. Wer gibt dem Mensch das Recht Tiere zu vernichten nur weil sie nicht in Profitkonzept passen.Coop soll mehr aufklären.Auch Markus Ritter (Bauernverband) soll von seinem hohen Ross runterkommen. Es darf nicht alles nur auf Profit hinauslaufen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von peer Müller, Schwarzenbach
    Die grössten Tierquäler und Ausbeuter sind die Chinesen und Asiaten. Man denke da an die Bären(Gallenabzapfung) Pelztiere, Schlangen, Echsen die bei lebendigem Leib gehäutet werden. Das bringt Geld. Viele andere Tiere erleiden Qualen für die Nahrung. Alles was kriecht und fleucht ist essbar, Respekt vor dem Tier = Null. Wann unternehmen wir Menschen endlich etwas gegen diese Tierquälerei? Pelzträger, Handtaschen- und GürtelträgerInnen informiert euch besser. Unterbindet diese Tierleiden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Keller, Sirnach
    Alles ist nur Tierquälerei für Profit. Die meisten Bauern haben keinen Respekt vor dem Tierl. Geld, Geld... Die meisten fristen ein trauriges leben bis zum Schlachthof. Kälber die nach der Geburt von der Kuh getrennt werden und in einer Box ihr kurzes Leben fristen. Traurige Augen schauen da in die Welt. Mutter und Kind gehören zusammen. Auch die Hochleistungskühe können kaum mehr laufen weil das Euter zu gross ist. Tierquälerei - alles nur fürs Geld. Die Bauern und Mäster sollten sich schämen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Eben nicht nur Bauern die das tun! Auch wir Konsumenten könnten es steuern! Gäbe es keine Nachfrage nach Billig-Fleisch mehr, Menschen würden ab & an auf den Konsum verzichten, dafür lieber einen Braten, ein Steak oder Poulet aus artgerechter Tierhaltung kaufen & etwas mehr dafür bezahlen wollen, würden diese Tierquälereien aufhören. Fazit: Wir Konsumenten haben es in der Hand, das Elend von Tieren zu stoppen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen