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Zwielichtiges Spendenportal Zuger Firma soll Spenden ans Rote Kreuz veruntreut haben

Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Spendenplattform, die Millionen zurückbehalten haben soll.

Legende: Audio Spendenplattform soll Gelder veruntreut haben abspielen. Laufzeit 00:54 Minuten.
00:54 min, aus Heute um Fünf vom 01.02.2018.

Erdbeben-Opfer in Nepal, Flüchtlinge aus Burma
oder arme Familien in der Schweiz: Sie alle und noch viele Menschen mehr erhalten Unterstützung durch die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC).

Finanziert wird die Hilfe mit Spendengeldern aus der ganzen Welt.
Nun besteht aber der Verdacht, dass Millionen Spendengelder gar nie bis zur Hilfsorganisation gelangt sind. Die Zürcher Staatsanwaltschaft ermittelt.

Irischer Staatsbürger verhaftet

Schon im letzten September hat die IFRC Strafanzeige eingereicht -
und zwar gegen eine Zuger Firma, die für die Hilfsorganisation weltweite Online-Spendenaktionen organisiert hat. Ein IFRC-Sprecher der Hilfsorganisation sagt auf Anfrage von Radio SRF, die Firma habe mutmasslich Spendengelder in der Höhe von 1,8 Millionen Franken zurückbehalten.

In der Folge leitete die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung gegen den Verwaltungsratspräsidenten der Firma ein. Der irische Staatsbürger mit Wohnsitz in Zürich wurde an Heiligabend verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Wie die Staatsanwaltschaft heute mitteilt, wurden bei einer Hausdurchsuchung am Firmensitz in Zug Hinweise gefunden, wonach die Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften nicht die einzigen Geschädigten sind. Es bestehe der Verdacht, dass die Firma auch Spendengelder von anderen Hilfsorganisationen veruntreut hat.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Ernst Boller (BOER)
    Ich sehe nicht ein, dass das Rote Kreuz eine Drittfirma für für das Sammeln der Spenden beschäftigen muss. Da geht doch zum Vornherein ein Teil des Geldes gleich weg. Wenn dann dazu noch geschummelt wird, geht der Überblick schnell verloren.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wer von Euch, liebe Leser*innen wurde heute noch nicht belogen und betrogen? Wer "Ich nicht" sagt, hat heute noch keinen Werbespot angeguckt.
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  • Kommentar von Bör Schi (Bör Schi)
    Dass Spendengelder veruntreut werden oder dass der Grossteil davon für Bürokratie und Löhne verbraucht wird, weiss man doch schon lange. Aus ebendiesem Grund spende ich NIE! Was ist mit den Milliarden, die wir z.B. Afrika nachwerfen? Afrika kommt und kommt nicht auf eigene Beine. Da ist doch was faul! Allerdings spende und helfe ich unmittelbar dort, wo ich ganz genau weiss, dass es direkt, ohne Umwege ankommt.
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    1. Antwort von Bernd Steimann (Bernd Steimann)
      Mit Verlaub, aber das ist eine etwas gar einfache Ausrede, um nicht zu spenden. Alle seriösen Schweizer Hilfswerke werden regelmässig von der unabhängigen Zewo-Stiftung überprüft. Deren 21 Standards schreiben u.a. einen Maximalprozentsatz für betriebliche Ausgaben vor; dies wird laufend überprüft. Und was die Milliarden an Afrika betrifft: Allein durch Steuerhinterziehung (auch durch CH-Firmen) verliert Afrika mehr Geld, als es durch Spenden erhält.
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    2. Antwort von Beni Meyerhans (Beni Meyerhans)
      Was jetzt? Spenden Sie nun nie oder nur dort, wo es ankommt? Hoffentlich tun Sie letzteres wirklich.
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    3. Antwort von robert mathis (veritas)
      B.Steinmann leider keine Ausrede lass ich so nicht gelten !Tatsache ist und die Erfahrung zeigt,dass auch " die überprüften Hilfswerke" kein Garant dafür sind dass die Spenden alle korrekt verarbeitet werden es arbeiten auch dort Schlitzohren und Nutzniesser. Herr B.St.Was hat Steuerhinterziehung mit Hilfswerken zu tun?
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