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Schweiz Zwiespältige Lage auf dem Arbeitsmarkt

Noch sieht es nicht schlecht aus auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. Im März ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat gar gesunken. Doch die Anzeichen für schwierigere Zeiten mehren sich.

In der Schweiz waren im März 145‘108 Arbeitslose gemeldet. Das sind 4813 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank damit innert Monatsfrist auf 3,4 Prozent.

Auf den ersten Blick sieht die Lage auf dem Arbeitsmarkt gut aus. Oliver Schärli, Leiter Arbeitsmarkt beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nuanciert aber. Im Gespräch mit SRF News spricht er von einem «zwiespältigen Bild». Einerseits sei der Arbeitsmarkt nach wie vor intakt. Andererseits gebe es aber Anzeichen, «dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten etwas verschärfen könnte».

Vorjahresvergleich mit anderem Bild

Legende: Video Schweizer Arbeitsmarkt robust abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 10.04.2015.

Dass die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat zurückging, erklärt sich das SECO primär mit einer saisonal bedingten Entspannung. In der Bauwirtschaft hat die Beschäftigung angezogen. Im Gegensatz zur absoluten Arbeitslosenquote, die im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent zurückging, verharrte die saisonbereinigte Quote unverändert bei 3,2 Prozent.

Vergleicht man die neusten Arbeitsmarktzahlen mit jenen im März 2014, zeigen sich deutlich erhöhte Werte. Hier nahm die Arbeitslosenzahl um 2262 Personen oder 1,6 Prozent zu. Dies sei teils auf die Aufgabe des Euromindestkurses zurückzuführen, sagt Schärli. Betroffen seien namentlich exportorientierte Branchen wie der Uhren- und Maschinenbau oder die Elektrotechnik. «Hier ist die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr signifikant.»

Auch im Bauwesen sei die Arbeitslosigkeit höher als vor einem Jahr. Hier sieht Schärli aber weniger den starken Franken als Ursache. Stattdessen erklärt er sich den Anstieg unter anderem mit der Zweitwohnungsinitiative.

Vorzeichen einer Verschlechterung?

Ein weiterer Indikator für die aktuelle Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist die Kurzarbeit. Auch hier gebe es Anzeichen dafür, dass gewisse Betriebe mit dem starken Franken zu kämpfen haben, sagt Schärli. Zwar sei die Kurzarbeit im Vergleich mit dem Spitzenjahr 2009 immer noch auf tiefem Niveau. Doch hätten sich die Voranmeldungen für Kurzarbeit im März 2015 im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

Ein weiteres Zeichen, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt verschärfen könnte, sei die Zahl der offenen Stellen. Diese verringerte sich zum Vormonat zwar nur geringfügig. Verglichen mit dem März 2014 sank die Zahl der offenen Stellen laut Schärli aber markant um 4500.

Um die tatsächlichen Auswirkungen der Frankenaufwertung auf den Arbeitsmarkt eruieren zu können, braucht es aber noch Geduld. Denn der Arbeitsmarkt reagiert erst mit ein paar Monaten Verzögerung. Mitte Jahr sollte ein klareres Bild gezeichnet werden können, sagt Schärli.

20 Kommentare

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  • Kommentar von F. Gerber, Bern
    Augen auf Leute, alle AUSGESTEUERTEN werden extra nirgends erwähnt. Also alles nur LUG und TRUG!
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  • Kommentar von thomas ingold, Zürich
    Wer sitzt v.a. in Regierung? Sogenannt Bügerliche, die in bis zu 30 vers. Firmen-Direktorien sitzten. Die sind nicht für Demokratie/Volk da, sondern wegen sich selber. siehe Edward Barneys, neffe von Freud Sind wir ein Volk von Vereinen? v.a. ein Land von Verbänden, Wirtschaftsverbänden. Lobbyismus, Kartelle, Monopole, etc. Der Freie Markt ist die grösste Lüge der Neuzeit, seit der Verfolgung der Hexen+Kräutermediziner. Staatlich Regulierung + Kontrolle ist notwendig, überall, bes. in Ausbildung
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    1. Antwort von M. Hediger, Aarau
      thomas ingold: Beispiel Uni Zürich, dort hats sehr viele Deutsche, diese stellen Deutsche ein und kaum Einheimische. Die Uni ist bekanntlich eher Links
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    2. Antwort von Hans Knecht, Torny
      M. Hediger, das ist mir neu. Bedenklich ist, dass gerade Studierte es wissen sollten dass man im Ausland keine Landsleute anstellen sollte. Wahnsinn. Was wird den Akademikern heut eigentlich noch beigebracht?
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  • Kommentar von thomas ingold, Zürich
    Herr Schärli hat einen sympathischen Namen, da will man gleich ein Cafékränzchen im Gärtchen animieren. Ob der Name Programm ist? Herr Cashflow ginge ja nicht gut, oder Herr Shalrholdervalue ebensowenig. Das ist aber die Tatsache. Die Wirtschaft wird von Profitmaximierern, denen die Nation + die Ethik fast total egal ist, geführt. Der Führer ist diesmal einseitig gepolt. Vielfalt wird unterdrückt. Monopole, Kartelle, Seilschaften, Lobbying, Dauerwerbung: siehe EDWARD BERNAYS, der Neffe von Freud
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