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Sperrung der Rheintalbahn «Zwischen Stottern und Stillstand»: Die Folgen von Rastatt

Milliardenschäden und Werksstillstände: Der Streckenunterbruch beim süddeutschen Rastatt lähmt den Güterverkehr.

Legende: Audio Die Folgen des Bahnunterbruchs abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
01:41 min, aus HeuteMorgen vom 05.09.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Bundesminister Alexander Dobrindt und EU-Kommissarin Violeta Bulc erhalten heute ungewöhnliche Post.
  • Wegen der Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt haben Logistiker einen offenen Brief verfasst.
  • Privatbahnen, Kombi-Operateure, Güterbahnhalter und Verbände von Spediteuren sehen keine Lösung mehr für ihre Transporte.

Die Probleme wegen der Sperrung der Güterbahnstrecke bei Rastatt sind noch grösser als befürchtet. Das schreiben 24 Logistikunternehmen und Verbände in ihrem offenen Brief. Die Güterbahnen könnten auf den Umfahrungsstrecken nur 25 Prozent des normalen Transportvolumens bewältigen, heisst es.

Erklären Sie das mal einmal einem Kunden.
Autor: Irmtraut TonndorfSprecherin von Hupac

Es entstünden Milliardenschäden, Werksstillstände stünden bevor, sagt Hupac-Sprecherin Irmtraut Tonndorf: «Wir wissen von Werkstillständen in Italien, Deutschland und Grossbritannien. Von vielen Stellen hören wir, dass durch unsere verzögerte Lieferung die Produktion gedrosselt wird oder ganz stillsteht.»

Die Strasse ist kein vollwertiger Ersatz

Hupac ist der grösste Schweizer Anbieter im kombinierten alpenquerenden Verkehr. Es gibt Hupac-Züge, die seit zehn Tagen am Brenner festsitzen und auf die Weiterfahrt warten: «Erklären Sie das mal einem Kunden. Das ganze System steht zwischen Stottern und Stillstand.» Es brauche mehr Lokführer, fordern die Logistiker, auch wenn deswegen Personenzüge stehenbleiben müssten.

Die Strasse komme als Alternative nur bedingt in Frage: Um die blockierten Transporte weiterführen zu können, bräuchte es über 10'000 zusätzliche Lastwagenfahrer und Fahrzeuge. Die gebe es nicht, sagt Tonndorf. Darum sei die Transportkette zwischen Nord und Süd in so grossen Schwierigkeiten.

Schlechte Nachrichten aus Frankreich

Nicht unterschrieben haben die Staatsbahnen. Gregor Saladin ist Sprecher im Bundesamt für Verkehr (BAV). Die Probleme beträfen hauptsächlich Deutschland und Italien, sagt er. Das BAV könne die Lage dort nicht beurteilen.

Das BAV und Bundesrätin Doris Leuthard fordern mehr Güterbahn-Kapazitäten auf Umwegstrecken. So sollen auch vermehrt Züge durch Frankreich fahren. Doch von dort kommen schlechte Nachrichten. Die Gewerkschaft CGT hat für nächste Woche einen Streik angekündigt, der auch die Eisenbahnen trifft.

Mehr zum Thema erfahren Sie hier:

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Die Betriebsausfallversicherungen sollten bei fehlenden oder ungenuegenden Lagern die ersten sechzig Tage nach einem Lieferunterbruch des Nachschubs nix bezahlen. In den USA werden weite Strecken des Eisenbahnnetzes im Einspurbetrieb ueberlaset. Und da ist es bereits ueblich, die Personenzuege mit wartenden Kunden und Buergern stehen zu lassen, um Gueterzuege zu priorisieren. Im Dichtestress mit immer weiteren Umwegen und einem entsprechenden Lokmehrbedarf, wird diese Teufelkatze nun auch hier a
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  • Kommentar von marc rist (mcrist)
    Kurz formuliert: die angemessene Strafe für das Just-in-time Dogma in der heutigen Wirtschaft.
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  • Kommentar von Martin Meier (M.Meier)
    Und die Franzosen müssen gerade jetzt streiten. Europäische Solidarität sieht anders aus.
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