Keine Zeit für Bürokratie

In fast jedem Navigationsgerät ist ein Stück Technik von U-blox enthalten. Die Schweizer Firma ist denn auch gut aufgestellt. Bei einer strikten Umsetzung der Zuwanderungsinitiative werde es hierzulande allerdings keine neuen Arbeitsplätze mehr geben, sagt Chef Thomas Seiler.

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«Kontingente wären für uns eine Katastrophe»

8:09 min, vom 5.6.2015

Wer als Pöstler oder als Arzt arbeitet, muss seinen Beruf selten erklären. Thomas Seiler dürfte es da anders ergehen. Er ist Chef der Schweizer Firma U-blox, die Halbleiterbausteine für Elektroniksysteme herstellt. Die Technik der Firma ist also beispielsweise in Navigationsgeräten für Autos zu finden, wo sie die Kommunikation zwischen Navi und Satellit sicherstellt.

Obwohl die Herstellung vor allem in Asien stattfindet, befindet sich das Herz der Firma in der Schweiz, wie Thomas Seiler im Gespräch mit SRF-Wirtschaftsexperte Reto Lipp sagt. «Ein grosser Teil der Entwicklung findet hier statt.» Insgesamt aber befinde sich nur noch etwa ein Drittel der Angestellten in der Schweiz, sagt Seiler.

Schwierige Suche nach Talenten

Eine grosse Herausforderung ist es für U-blox, «Talente zu finden.» Gute Orte dafür seien beispielsweise die Universitätsstadt Cambridge in England oder Norditalien, wo es ebenfalls gute technische Universitäten gibt. In anderen Worten: der Fachkräftemangel in der Schweiz macht sich für die Firma bereits bemerkbar – auch ohne Masseneinwanderungsinitiative.

Dennoch hätte diese negative Auswirkungen für die Firma, sagt CEO Thomas Seiler: «Kontingente wären eine Katastrophe für uns.» Und fügt an: «Wir haben keine Zeit, uns mit der Bürokratie herumzuschlagen.»

Dazu würde die Firma damit auch für Kandidaten unattraktiv werden, weil diese nicht wüssten, ob sie die Arbeitsbewilligung für die Schweiz erhielten. «Neue Arbeitsplätze würden dann nicht mehr in der Schweiz geschaffen, sondern im Ausland», sagt Seiler. «Da haben wir gar keine andere Wahl.»