«Die Zentralschweiz sieht nicht anders aus als vor den Wahlen»

Die Verluste der CVP in ihren Zentralschweizer Stammlanden seien kein Erdrutsch, sondern ein stetiger Prozess, sagt Olivier Dolder vom Luzerner Politikbüro Interface. Die Gründe lägen bei Fragen rund um Religion und bei der Themensetzung.

Der Politologe Olivier Dolder im Studio beim Regionaljournal Zentralschweiz von SRF.

Bildlegende: Olivier Dolder: «Die Entwicklung der Wählerschaft weg von der CVP hin zur SVP dauert schon länger.» SRF

Die Eidgenössischen Wahlen vom Sonntag zeigen es deutlich: Von den 20 Zentralschweizer Vertreterinnen und Vertreter in National- und Ständerat sind acht bei der SVP. Die Zentralschweiz sei eine bürgerliche Region, sagt Olivier Dolder vom Luzerner Politikbüro Interface.

Trotz Verschiebungen von CVP Richtung SVP ist er überzeugt: «Die Zentralschweiz sieht heute nicht anders aus als vor den Wahlen.» Der Trend, dass Stimmen in den Stammlanden der CVP immer mehr CVP-Stimmen Richtung SVP abwandern, halte schon länger an.

Religion und Themen gaben Ausschlag

Dolder ortet dafür zwei Gründe: Einerseits habe die Religion nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher. Andererseits sei es der SVP besser gelungen, Themen für sich zu besetzen, während die CVP einer breiteren Basis gehorchend sich weniger genau positionieren konnte.

Sicher spiele auch Geld im Wahlkampf eine Rolle, sagt Dolder weiter. Je grösser die Partei, desto grösser sei auch das Budget. Aber einen Sitz kaufen könne man nicht, ist der Luzerner Politologe überzeugt. Gleichzeitig würden die Parteien ihr Geld aber auch oft falsch einsetzen: Viele Plakate mit austauschbaren Sprüchen würden nichts bringen. Es brauche mehr Inhalt in den Wahlkampagnen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.