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Wahlen15 Aargau Müller oder Knecht? Gewerbe und Industrie sind sich nicht einig

Zwei Wochen vor den Ständeratswahlen am 22. November sind die meisten Wahlempfehlungen auf dem Tisch. Dabei zeigt sich: Die Auswahl von drei bürgerlichen Kandidaturen für den 2. Wahlgang stellt nicht nur die politische Linke, sondern auch bürgerliche Verbände im Aargau vor Herausforderungen.

Schild mit Aufschrift Wahllokal.
Legende: Wer soll neben Bruderer in den Ständerat einziehen? Drei Bürgerliche stehen zur Auswahl. Die Verbände tun sich schwer. Keystone

Der Aargauische Gewerbeverband (AGV) macht sein Dilemma offensichtlich: Er empfiehlt Philipp Müller (FDP) zur Wahl. Und Hansjörg Knecht (SVP). Das Gewerbe kann sich also nicht entscheiden. Intern dürften die Diskussionen noch komplizierter gewesen sein: Der Präsident des AGV ist ein Parteikollege von Ruth Humbel (CVP). Trotzdem erhält sie keine offizielle Empfehlung aus dem Gewerbe.

Industrie will Bilaterale und Müller

Die Industrie- und Handelskammer (AIHK) hingegen hat sich klar entschieden: Für den freisinnigen Müller, gegen Knecht von der SVPt.

Der Grund ist klar und zeigt die wahrscheinlich deutlichste Differenz zwischen den beiden Kandidaten auf: Müller steht im Gegensatz zu Knecht klar für die bilateralen Verträge mit der EU ein. Und diese seien «für unsere Exportindustrie und damit für viele Arbeitsplätze im Aargau von entscheidender Bedeutung», wie die AIHK in einer Mitteilung schreibt.

Das Gewerbe kann also mit beiden bürgerlichen Kandidaten leben, der exportorientierte Industrieverband nicht. Die SVP hat übrigens postwendend auf diese Nicht-Empfehlung reagiert und kritisiert die Handelskammer, weil sie «einmal mehr» Berufspolitiker unterstütze.

Taktische Fragen im linken Lager

Aber auch die politische Linke im Aargau ist gespalten: Ruth Humbel präsentiert sich als Alternative zu den strammbürgerlichen Herren. Doch diese Alternative mögen Gewerkschaftsbund, Jungsozialisten, Grüne und Grünliberale auch nicht wirklich: Sie empfehlen leer einzulegen oder geben gar keine Empfehlung ab. Die meisten Linken empfinden Humbel eben doch als zu bürgerlich, auch wenn sie zum Beispiel in umweltpolitischen Fragen klar anders steht als Müller und Knecht.

Offiziellen Support erhält Humbel einzig von der SP-Geschäftsleitung und von der BDP. Und natürlich von einzelnen Exponenten, die eine Wahl von Müller oder Knecht verhindern möchten. Doch dieser Kampf scheint aussichtslos: Es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab zwischen FDP und SVP. Das zeigen nach den Resultaten im 1. Wahlgang und aktuellen Umfragen nun auch die gesammelten Wahlempfehlungen.

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