567 Bernerinnen und Berner streben Sitz im Nationalrat an

Für die 25 bernischen Sitze kandidieren 22 Personen mehr als bei den letzten eidgenössischen Wahlen vor vier Jahren. 212 Frauen und 355 Männer möchten sich in den Nationalrat wählen lassen, teilte die Staatskanzlei nach Ablauf der Eingabefrist mit.

Der fast leere Nationalratssaal.

Bildlegende: 25 Vertreter kann der Kanton Bern im Oktober in den Nationalratssaal schicken. Keystone

Sie kandidieren auf 26 Listen, 2 weniger als bei den letzten eidgenössischen Wahlen. Der Frauenanteil beträgt dieses Jahr 37,4 Prozent. Er liegt damit etwas höher als vor vier Jahren, als ziemlich genau ein Drittel der Kandidierenden weiblich war.

Der Kanton Bern kann aufgrund der Bevölkerungsentwicklung dieses Jahr einen Sitz weniger vergeben als bisher. Von den 26 bisherigen bernischen Nationalräten treten zwei nicht mehr zur Wiederwahl an: Jean-Pierre Graber (SVP) und Rudolf Joder (SVP).

Bewährungsprobe für die neue Mitte

Im Kanton Bern stellt sich die Frage, wie sich die vor vier Jahren noch gefeierte BDP hält. Nach ihrer Abspaltung von der SVP eroberte die Partei bei den Eidgenössischen Wahlen 2011 auf Anhieb vier Nationalratssitze. Zu den Siegern und der neuen Mitte gehörten 2011 auch die Grünliberalen mit zwei Sitzen im Nationalrat.

Vier Jahre später ist bei der BDP der erste Lack ab. Die Partei hatte sich bei den kantonalen Wahlen 2014 mit der SVP ins Lotterbett gelegt und damit ihre Wählerschaft tüchtig vergrault. Das Resultat: die BDP verlor fast die Hälfte ihrer Sitze im Kantonsparlament.

Die GLP ihrerseits hielt sich recht gut. Dominieren dürften die Nationalratswahlen aber die grossen Parteien SVP und SP. Der Freisinn scheint unterdessen auch wieder etwas Morgenluft zu wittern.