Wahlkampf 2015: Jedes Inserat zählt

Die SVP des Kantons Bern hat vorgesorgt: Mit Inseraten will sie jeden Tag auf der Frontseite der Zeitungen präsent sein. In der Politwerbung ist Wiedererkennung zentral, sagt der Politikberater.

Die SVP hat die Werbeplätze auf den Frontseiten der Berner Zeitungen reserviert

Bildlegende: Die SVP hat die Werbeplätze auf den Frontseiten der Berner Zeitungen reserviert. Brigitte Mader,SRF

Die SVP des Kantons Bern kam den anderen Parteien zuvor. Sie hat in der heissen Phase des Wahlkampfes die Inserateplätze auf den Frontseiten der Berner Tageszeitungen reserviert. «Die kleinen Inserate sind ein ideales Mittel, um aufzufallen. Darum haben wir in den letzten 6 Wochen vor den Wahlen diese Plätze reserviert», sagt Aliki Panayides, Parteisekretärin der Berner SVP.

Ob ein Kandidat mit diesem Auftritt wirklich Stimmen holt, sei nicht erwiesen, sagt Politikberater Mark Balsiger, der drei Bücher zum Thema Wahlkampf publiziert hat. Aber was zählt, ist der Wiedererkennungseffekt. Dass die Inserate gar nicht mehr wahrgenommen werden, glaubt Balsiger nicht. «Auch 2015 wird der Wahlkampf noch sehr traditionell sein - trotz Facebook, Twitter und Co.»

Die Strategie der Berner SVP hat bei den anderen Parteien für Irritation gesorgt. «Die BDP wurde bei ihrer Anfrage nach Front-Inseraten bereits vor Wochen vertröstet», sagt BDP-Wahlkampfleiter Lorenz Hess. Er geht davon aus, dass die SVP-Parteizentrale in Zürich für den Wahlkampf in Bern tief in ihre Schatulle greift.

BDP bereits vertröstet

«Für das demokratische System sind derart grosse finanzielle Mittel für den Wahlkampf schädlich», sagt SP-Parteipräsidentin Ursula Marti. Die SP verfüge nicht annähernd über derart viel Geld.

Ein Sprecher des Zürcher Medienhauses Tamedia, zu dem die Tageszeitungen «Bund» und «Berner Zeitung» gehören, bestätigt die Buchungen der Berner SVP. Es seien aber trotzdem noch Werbeflächen vorhanden. «Wir sind weit davon entfernt, ausgebucht zu sein», teilte der Verlag mit. Wie viel die Inserate-Kampagne der SVP kostet, ist unklar. Weder die Partei, noch Tamedia wollen entsprechende Zahlen liefern.

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