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Wahlen15 Solothurn Roberto Zanetti darf weiter im Stöckli politisieren

Es ist ein sehr deutliches Resultat: Der SP-Politiker Zanetti kommt auf 65 Prozent der Stimmen. SVP-Herausforderer Walter Wobmann auf bloss 35 Prozent. Selbst in seinem Wohnort Gretzenbach erhielt Wobmann nicht die Mehrheit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Roberto Zanetti (SP) erhält 65 Prozent der Stimmen.
  • Walter Wobmann (SVP) kommt auf 35 Prozent.
  • Zanetti liegt in allen Bezirken vor Wobmann.
  • Die Stimmbeteiligung liegt bei 42 Prozent.

Das Solothurner Volk hatte die Wahl zwischen links und rechts: Roberto Zanetti hatte im ersten Wahlgang das absolute Mehr noch knapp verpasst. Er musste im zweiten Wahlgang gegen den Herausforderer Walter Wobmann von der SVP nochmals antreten.

Die Ausgangslage war dabei klar: Wobmann machte im ersten Wahlgang knapp 30'000 Stimmen und lag damit gut 12'000 Stimmen hinter Roberto Zanetti. Diesen Abstand vermag er nun nicht mehr einzuholen.

Jedes Mal, wenn ich gewählt werde, passiert ein kleines politisches Wunder.
Autor: Roberto ZanettiSP-Ständerat Solothurn

Wobmann liegt im zweiten Wahlgang sogar noch deutlicher hinter Zanetti. Der Abstand zwischen den beiden beträgt rund 21'000 Stimmen. Wobmann hatte selbst in seinem Wohnort Gretzenbach keine Chancen. Der SVP-Mann erhält dort nur 43 Prozent der Stimmen.

Legende: Video Solothurn: Alles wie gehabt abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 15.11.2015.

Im Interview mit Radio SRF führt Roberto Zanetti aus, dass seine Wiederwahl im bürgerlichen Kanton Solothurn keine Selbstverständlichkeit sei. Im Gegenteil. Jedes Mal wenn er gewählt werde, sei es ein kleines politisches Wunder. Er freue sich sehr über diese Wahl, gerade auch weil sie kein Zufallsergebnis sei.

Einige bürgerliche Wähler hätten über ihren Schatten springen müssen, um ihn zu wählen. Er schätze das sehr. Er fühle sich erleichtert, gleichzeitig aber auch verpflichtet, weil ihm offenbar auch viele nicht-sozialdemokratische Wähler ihre Stimme gegeben hätten. Ändert Zanetti nun seine Positionen? Nein. Er müsse aber offen sein für andere Ansichten.

Das ist keine Niederlage. Das ist ein gutes Resultat, hinter mir stand schliesslich nur die SVP.
Autor: Walter WobmannSVP-Nationalrat

Wahlverlierer Walter Wobmann möchte gegenüber Radio SRF derweil von keiner Niederlage sprechen. Er habe ein gutes Resultat erzielt, gerade wenn man bedenke, dass ihn keine andere Partei unterstützt habe. Ausserdem sei er immer noch der bestgewählte Solothurner Nationalrat. Zu wenig Stimmen habe er gemacht, weil sich seine Partei nicht wie alle anderen Parteien verbiegen würde, deshalb habe die SVP bei Majorzwahlen jeweils das Nachsehen.

Kritiker hatten Walter Wobmann als «zu extrem», und deshalb nicht wählbar bezeichnet. Wobmann selber sieht das anders. Es habe nicht an seiner Person gelegen, dass es der SVP nicht geglückt sei, einen Solothurner Ständeratssitz zu erobern. Er sei nicht extrem, in den Sachthemen – wie zum Beispiel dem Minarettverbot – stünde das Volk hinter ihm. Deshalb werde er seine Positionen auch künftig durchziehen.

Bereits im ersten Wahlgang gewählt wurde übrigens Pirmin Bischof (CVP). Die Freisinnigen haben ihre Kandidatin Marianne Meister aus dem Rennen genommen.

Weitere Zahlen und Fakten:

  • Höchste Stimmbeteiligung hatte die kleine Gemeinde Hüniken: Von den 73 Stimmberechtigten gingen 74% an die Urne. 16 Personen wählten Wobmann, 38 Zanetti.
  • Tiefste Stimmbeteiligung gab es in der Gemeinde Zullwil: Von den 449 Stimmberechtigten gingen knapp 28% an die Urne. 62 Personen wählten Wobmann, 58 Zanetti.
  • Walter Wobmann hat nur in 9 Gemeinden die Mehrheit geholt: Es sind eher kleine Gemeinden wie Gänsbrunnen (20 Stimmen für Wobmann), Eppenberg-Wöschnau, Biezwil oder Grindel (66 Stimmen für Wobmann).
  • In den Gemeinden, in denen Wobmann gewonnen hat, ist die Stimmbeteiligung eher unterdurchschnittlich. Dort, wo überdurchschnittlich viele Leute wählen gingen, hat vor allem Zanetti gut abgeschnitten. Das deutet darauf hin, dass Zanetti seine Wähler besser mobilisieren konnte.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Dass Walter Wobmann weiterhin im Nationalrat arbeiten kann (muss), ist für die meisten, die für unsere bewährten Werte im Land einstehen, ein guter Entscheid! Einfach im "Stöckli" zu einem Geschäft "immer gebodigt" zu werden und dann am Schluss den Abstimmungsknopf drücken, nützt nichts. Im Nationalrat und als "freier" Politiker, kann der Solothurner SVP-Politiker viel mehr erreichen, als im "vereinigten mitte-links-Altherren-Ständerats-Sääli"!
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
      So kann man sich eine Wahlniederlage auch schönreden, Herr Bolliger. Wenn es so ist, warum ist Er dann zum 2 Wahlgang angetreten? Wenn ein Kandidat nicht mal in seiner eigenen Gemeinde die Mehrheit der Stimmen holt, heisst das viel! Ihr Kommentar disqualifiziert sich Selbst!
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    2. Antwort von Adrian Flükiger (Ädu)
      @Bolliger: Schönes Wundenlecken noch. Auf diesen Ober-Schaumschläger fallen sie eben auch im Kanton Solothurn nicht rein.
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Lieber ein Wobmann in der Politik, als ideologische Verunglimpfer, die nur Hass und primitive Sprüche in die Foren döggelen!
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    4. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Herrlich, wie sich die beiden Linksideologen freuen, am Wahlsieg des SP'lers Zanetti und (der Nichtwahl einer bürgerlichen "Hassfigur"!) Statt sich zu freuen und den kühlen Sekt zu öffnen, hetzen die beiden Ideologen sofort drauflos, auf einen sachlich und ehrlich geschriebenen Kommentar! Das sind eben die linken "bessere Menschen", die nur eines wollen: Andere Ansichten zu attackieren! Richtig, solche Leute qualifizieren sich selbst ganz hervorragend!
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    5. Antwort von W. Helfer (W. Helfer)
      R. Bolliger. Sie sollten über solche Kommentare nur lächeln. W. Wobmann wurde von den WählerInnen im Kt. Solothurn mit dem besten Resultat in den Nationalrat gewählt. Natürlich kann er dort für die SVP-Politik mehr bewirken als im Ständerat.
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    6. Antwort von Andreas Baumgartner (A. Baumgartner)
      Aus einer objektiven Sicht betrachtet, Herr Bolliger, werden Artikel mit linken Akteuren bzw. Inhalten linker Anliegen von rechten Schreiber mindestens genauso attackiert und diffamiert. Dass Sie jetzt diese Rolle den Linksschreiber zuschieben, ist eine völlig einseitige und verfehlte Wahrnehmung.
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    7. Antwort von Christoph Heierli (help)
      @Bolliger/ Sie sind doch der, der dauernd mit Verunglimpfungen provoziert Herr Bolliger!
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (gerard.d@windowslive.com)
    Es ist beruhigend zu sehen das die Mehrheit in Solothurn sich für Zanetti ausgesprochen hat. Wobmann ist einfach unzählbar für den Ständerat, mit seinen extremen Ansichten mag Er wohl bei den SYP Wähler punkten. Den normalen Bürger schreckt das nur ab. Granulation an Zanetti, ein unaufgeregter und besonnener Mann, solche könnte die SP mehr gebrauchen!
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