Solothurner Ständeratswahl: Bleibt der Linke? Kommt der Rechte?

Diese Wahl ist keine Qual. Zu unterschiedlich sind die Kandidaten für den noch freien Solothurner Ständeratssitz. Der bisherige SP-Ständerat Roberto Zanetti und sein Herausforderer Walter Wobmann von der SVP haben das politische Heu gar nicht auf der gleichen Bühne.

Am 15. November entscheidet sich, wer den Kanton Solothurn neben dem bereits gewählten CVP-Ständerat Pirmin Bischof im Stöckli vertreten darf. Der bisherige SP-Ständerat Roberto Zanetti und SVP-Nationalrat Walter Wobmann treten zum zweiten Wahlgang an.

Zanetti ist klar ein Linker, Wobmann klar ein Rechter. Die Gemeinsamkeiten sind klein. Das zeigen auch die wichtigsten Aussagen im Gespräch mit Radio SRF:

Zur Bundesratswahl

Die Bundesratswahl sorgt nach den Nationalratswahlen für viel Gesprächsstoff. Der SVP-Anspruch auf zwei Sitze ist quasi unbestritten, aber wer für einen Sitz in Frage kommt, das ist ein anderes Thema auch bei den Solothurner Ständeratskandidaten:

  • Roberto Zanetti: «Ob ich einen SVP-Kandidaten unterstütze hängt davon ab, wer es ist. Der Kandidat muss sich zur Kollegialität bekennen. Mit zwei SVP-Vertretern im Bundesrat wird die Schweiz aber sowieso etwas kälter, weniger sozial und weniger umweltfreundlich.»
  • Walter Wobmann: «Ich wähle nur zähneknirschend zwei SP-Bundesräte, aber wenn die anderen die Konkordanz respektieren, dann machen wir das auch. Mit zwei SVP-lern im Bundesrat bekommen wir natürlich mehr Kraft in diesem Land.»

Zur Wirtschaft

In der Wirtschaft dreht sich momentan vieles um Arbeitsplätze. Kürzlich haben Rieter und Credit Suiss grosse Stellenabbauprogramme verkündet. Was braucht die Wirtschaft oder was nicht? Die Solothurner Ständeratskandidaten sind sich nicht einig:

  • Roberto Zanetti: «Das aktuell grösste Problem für unsere Wirtschaft ist die Masseneinwanderungsinitiative der SVP, sie stellt die Wirtschaft vor grosse Probleme und Unischerheiten, hier müssen wir entgegenwirken.»
  • Walter Wobmann: «Die Wirtschaft braucht weniger Regulierungen, weniger Abgaben und Bürokratie. Zum Beispiel ist der Statistikaufwand für die Unternehmen zu gross.»
  • Roberto Zanetti: «Die aktuell gültigen Regulierungen und Abgaben sind ein Produkt der bürgerlichen Politik. Der Bundesrat ist mit fünf Bürgerlich klar geprägt. Die Vorwürfe der SVP treffen also die Bürgerlichen.»
  • Walter Wobmann: «Die Energiestrategie ist aber ein linkes Anliegen und das schadet der Wirtschaft auch. Hier steht viel Geld auf dem Spiel.»

Was wäre wenn...?

Zum Schluss des Gesprächs war die Frage, was wäre, wenn der Kontrahent Ständerat würde:

  • Roberto Zanetti: «Wenn Walter Wobmann Ständerat würde, dann verlöre der Kanton Solothurn sein liberales offenes Image.»
  • Walter Wobmann: «Mit Zanetti sässe ein linker Sozialist mehr im Ständerat. Das brächte keine Vorteile für Solothurn.»