Ruedi Noser (FDP): Favorit mit knappem Polster

Im ersten Wahlgang erreichte Ruedi Noser den zweiten Platz hinter Daniel Jositsch (SP). Für Noser ist es keine Frage, dass er noch einmal antritt. Der zweite Wahlgang wird aber kein Spaziergang. Die bürgerlichen Stimmen werden sich auf ihn und seinen Konkurrenten Hans-Ueli Vogt (SVP) aufteilen.

  • Beruf: Elektroingenieur
  • Politisch tätig seit: 1999
  • Politisches Amt: Nationalrat (seit 2003)
  • Zivilstand: verheiratet, vier Kinder

Ruedi Noser weist gerne auf seinen Werdegang hin: Der Glarner ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen und galt wegen seiner Legasthenie als «Schulversager». Über die Jahre hat er sich weitergebildet und ein erfolgreiches Software-Unternehmen aufgebaut. Heute zählt die Noser Gruppe neun Firmen mit über 500 Angestellten und macht einen Umsatz von 80 Millionen Franken. Im Frühling gab Noser die Geschäftsleitung und das Verwaltungsratspräsidium seiner Firma ab, um sich auf die Politik zu konzentrieren.

Ruedi Nosers handschriftlicher Fragebogen.

Bildlegende: Seine Gelenke schmerzen - aber nicht, weil Ruedi Noser unseren Fragebogen ausgefüllt hat. SRF

Auch in diesem Feld hat Noser bereits einen weiten Weg hinter sich. 1997 wurde er Mitglied im Vorstand der Zürcher FDP und präsidierte die Kantonalpartei ein paar Jahre später auch interimsmässig. Ausserdem war er sechs Jahre langVizepräsident der FDP Schweiz. Nach vier Jahren im Zürcher Kantonsrat wurde Ruedi Noser 2003 in den Nationalrat gewählt, wo er derzeit die Wirtschaftskommission präsidiert.

Sein «Baby» ist der Innovationspark

Innerhalb der FDP gilt der 54-Jährige zuweilen als Querdenker, der sichmit verschiedenen Alleingängen nicht nur Freunde machte. Seit mehreren Jahren engagiert sich Ruedi Noser für das Projekt eines Innovationsparks auf dem Militärflugplatz Dübendorf. «Der Innovationspark würde den Standort Schweiz stärken», ist Noser überzeugt. Der Bundesrat und die Zürcher Kantonsregierung stehen hinter dem Projekt, allerdings strengt die SVP eine Volksabstimmung an.

Überraschend wurde Daniel Jositsch (SP) im ersten Wahlgang gewählt und nicht Noser, dem man dies eher zugetraut hatte. Nun sieht sich der Unternehmer im zweiten Wahlgang mit einem bürgerlichen Konkurrenten konfrontiert. Hans-Ueli Vogt (SVP) könnten sich gegenseitig die Stimmen abjagen, so dass am Ende Bastien Girod (Grüne) das Rennen macht.

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