Nationalratswahlen in Zürich: 873 Namen auf 35 Listen

873 Zürcherinnen und Zürcher bewerben sich für einen Sitz im Nationalrat. Neben den acht etablierten Parteien treten 27 weitere Gruppierungen zur Wahl an. Wahlchancen dürften die wenigsten haben.

Jacqueline Fehr setzt ihre Unterschrift auf ein Dokument, vor ihr auf dem Tisch stehen die aufgerollten Nationalratslisten.

Bildlegende: Alles rechtens: Regierungsrätin Jacquelin Fehr hat die Auslosung der Listennummern beaufsichtigt. Keystone

35 Nationalratslisten – das ist vermutlich ein neuer Rekord im Kanton Zürich. Bei den letzten Wahlen bewarben sich 30 Parteien und Gruppierungen um einen Sitz im nationalen Parlament. Kandidatinnen und Kandidaten gab es aber schon mehr. Denn auf einigen der Listen steht nur ein einziger Name.

Die etablierten mit Startvorteil

Die vorderen Listennummern sind den Parteien vorbehalten, die schon im Nationalrat vertreten sind. Die Nummer richtet sich danach, wie stark sie bei den Wahlen vor vier Jahren abgeschnitten hatten. Die SVP als wählerstärkste Partei im Kanton Zürich hat wieder die Listennummer 01.

Die übrigen Parteien und Gruppierungen haben ihre Listennummern per Losentscheid erhalten. Die Auslosung wurde von der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr beaufsichtigt. Losglück hatte der Verein Ecopop. Mit der Nummer 09 tritt er gleich hinter den etablierten Parteien an. Nummer 35 erhielt der Kandidat auf der Liste «Schweizer Freiheit und Recht».

Das sind die Zürcher Nationalratslisten

Nr.
Listenname
01Schweizerische Volkspartei (SVP)
02Sozialdemokratische Partei (SP)
03FDP.Die Liberalen
04Grünliberale (glp)
05Grüne
06Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) Zürich
07Christlichdemokratische Volkspartei (CVP)
08Evangelische Volkspartei (EVP)
09ECOPOP, Lebensqualität statt Wachstumszwang
10Schweizer Demokraten (SD)
11Unabhängigkeitspartei up!
12Jungfreisinnige Kanton Zürich
13Zentrumspartei
14Schweizerische Volkspartei (SVP), Junge SVP (JSVP)
15Grüne, Junge Grüne
16Piratenpartei – humanistisch liberal progressiv
17Anti-PowerPoint-Partei
18Grünliberale (glp), junge Grünliberale (jglp)
19Alternative Linke, AL – Alternative Liste
20Grüne, MigrantInnen und Second@s
21Evangelische Volkspartei (EVP), Junge
22Alternative Linke, Partei der Arbeit + Kommunistische Jugend
23Kunst + Politik
24DU Die Unpolitischen
25Christlichdemokratische Volkspartei (CVP), Junge CVP/CVP 60+
26EDU Eidgenössisch-Demokratische Union
27EDU Eidgenössisch-Demokratische Union, junge EDU
28Stopp Stau und Blitzerterror – die Autofahrer Liste
29Sozialdemokratische Partei (SP), JUSO
30Tierpartei Schweiz (TPS)
31EDU Eidgenössisch-Demokratische Union, EDU Senioren
32EDU Eidgenössisch-Demokratische Union, STOPP ISLAMISIERUNG
33Grünliberale (glp), Unternehmerinnen und Unternehmer
34Flückiger Hans Ulrich (Hanf Ueli), unabhängig
35Schweizer Freiheit und Recht

Ein bisschen Statistik

Die Statistiker haben das Feld der Kandidatinnen und Kandidaten untersucht und mit den Wahlen vor vier Jahren verglichen. Dabei zeigt sich:

  • Es kandidieren mit 34.8 Prozent wieder ein bisschen mehr Frauen (+0.6 Prozentpunkte)
  • Die Kandidierenden sind mit 41.6 Jahren im Durchschnitt ein bisschen älter (+0.6 Jahre)
  • Die Bisherigen sind mit 51.7 Jahren dafür ein bisschen jünger (-1.1 Jahre)
  • Die 20-29jährigen stellen die grösste Gruppe (251 Kandidierende)
  • In der Alterklasse der 18-24jährigen hat es mit 44.1 Prozent am meisten Frauen und deutlich mehr als bei den letzten Wahlen (+9.3 Prozentpunkte).
  • Ein Drittel der Kandidatinnen und Kandidaten lebt in der Stadt Züich, 8 Prozent in Winterthur.

Die Namen der Kandidatinnen und Kandidaten sind offiziell noch nicht bekannt. Sie werden am 26. August im Internet publiziert. Dann erfährt man auch, welche Listen sich gegenseitig mit einer Listenverbindung unterstützen.