«Polittalks» sollen Junge zum Wählen motivieren

Vielerorts wird über die geringe Wahlbeteiligung junger Stimmbürger diskutiert. Abhilfe schaffen soll eine neue Initiative, die am Samstag im Bundeshaus lanciert wurde. Im Rahmen des Projekts «Polittalk» soll das politische Interesse geweckt und die Wahlbeteiligung gesteigert werden.

Wähler auf dem Weg ins Stimmlokal

Bildlegende: Mehr und mehr Jugendliche sollen nicht zuletzt durch die Polittalks zu den Wahlurnen geführt werden. Keystone

Mit den sogenannten «Polittalks» wollen die Jungparteien und easyvote das Interesse von jungen Erwachsenen an der Politik wecken.

Mehr als 200 Veranstaltungen an Schulen

Am Samstag wurde das Projekt im Bundeshaus in Bern lanciert. Mit dabei waren über 80 junge National- und Ständeratskandidaten. Das persönliche Gespräch sei der wichtigste Antriebsfaktor für das politische Interesse, teilte easyvote zum Auftakt mit. Mit dem Projekt «Polittalk» solle deshalb der persönliche Austausch zu politischen Themen durch über 200 Veranstaltungen an Schulen gefördert werden.

Über eine Web-Plattform können Lehrpersonen junge Politiker und Politikerinnen zu Diskussionsrunden an ihre Schule einladen. Um die Schüler und Schülerinnen nicht mit langweiligen Podiumsdiskussionen zu ermüden, stehe bei den «Polittalks» die Interaktion im Zentrum, heisst es.

Prominenz bei Eröffnungsrunde

Die Schüler und Schülerinnen könnten mit ihrem Smartphone direkt auf den «Polittalk» Einfluss nehmen, über Sachfragen abstimmen und so auf das Gespräch einwirken. Schweizweit werden mit den Polittalks nach Angaben von easyvote rund 10'000 Schüler erreicht.

Der erste «Polittalk» fand jedoch nicht an einer Schule, sondern im Rahmen des «Wahl-Summit 2015» im Bundeshaus statt - und war prominent besetzt: Nationalrätin Aline Trede (Grüne/BE) sowie die Nationalräte Matthias Aebischer (SP/BE), Christian Wasserfallen (FDP/BE) und Lukas Reimann (SVP/SG) nahmen daran teil.

20'000 neue Jungwähler mobilisieren

Das Projekt «Polittalk» wurde von easyvote in Zusammenarbeit mit allen Jungparteien im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen im Oktober entwickelt. Ziel ist es, die politische Beteiligung der jungen Erwachsenen zu erhöhen.

Im Vergleich zu 2011 sollen bei den nationalen Wahlen in diesem Jahr 20'000 zusätzliche Wählerinnen und Wähler zwischen 18 und 25 Jahren mobilisiert werden. Langfristig soll die Wahlbeteiligung in dieser Altersklasse von 32 auf 40 Prozent steigen, wie easyvote im April bekannt gegeben hatte.

App über 10'000 Mal runtergeladen

Easyvote setzt neben «Polittalks» auch auf über 1000 Wahlhelfer. Diese sollen in ihrem sozialen Umfeld Freunde und Bekannte zum Gang an die Wahlurnen motivieren.

Dank einer Informationsplattform sollen sich junge Erwachsene zudem einfach über die Wahlen informieren können. Die easyvote-App sei schon über 10'000 mal heruntergeladen worden, heisst es in der Medienmitteilung. Easyvote ist ein Projekt des Dachverbandes Schweizer Jugendparlamente.

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Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Interessante Politik!

    Aus 10vor10 vom 23.1.2015

    Eine neue App fürs Smartphone soll Junge für Politik interessieren und sie wieder an die Urne bringen. Sie wurde von easyvote entwickelt und bietet Erklärungsvideos, einen Wecker, um sich gegenseitig an Abstimmungen zu erinnern und die Möglichkeit, politische Begriffe via Whatsapp und Facebook zu teilen. «10vor10» hat sich die App angeschaut.