Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlen 15 «An der Sachpolitik wird sich nichts ändern»

Die Schweiz hat gewählt. Sie hat ein neues Parlament bestellt. Auf den ersten Blick wurde mit der Wahl die Politiklandschaft total umgekrempelt. Der Politologe Claude Longchamp relativiert allerdings. Er sieht die Wahlverlierer nicht am Ende.

Claude Longchamp im Wahlstudio in Zürich.
Legende: SRF

Am Ergebnis lässt sich nichts rütteln: Die SVP und die FDP sind die klaren Gewinner der Wahlen 2015. Sie haben gemeinsam drei Prozent der Stimmen zulegen können. Der Politologe Claude Longchamp relativiert diesen Zuwachs allerdings. Die Gewinne entsprechen im Wesentlichen den Sitzverlusten bei den Wahlen 2011.

In der Sachpolitik, so Longchamp, würde sich in der Schweizer Politik nicht viel ändern. Als Grund führt er eine fehlende Mitte an, die genügend stark wäre, die Politik zu bestimmen. «Es wird weiterhin ein Spiel zwischen Mitte-rechts und Mitte-links geben.», so Longchamp. Mehr allerdings in der Personalpolitik. Da sei die Position der SVP gestärkt worden. Der Politologe zielt dabei auf den angestrebten zweiten Bundesratssitz der SVP. Hier gäbe es nur eine Antwort: Der SVP stehe ein zweiter Bundesratssitz zu – spätestens, wenn Bundesrätin Widmer-Schlumpf zurücktrete.

Der Überflug der kleinen Partei ist zu Ende

Den kleinen Parteien, wie zum Beispiel die GLP und die Grünen, die zu den Wahlverlieren zählen, spricht Longchamp Trost zu: Sie verschwänden nicht in der Politiklandschaft. Aber: «Ihr Überflug ist zu Ende.»

Legende: Video Longchamp: «SVP, FDP, Lega und MCR kommen auf 100 Sitze.» abspielen. Laufzeit 01:05 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.10.2015.

Zu einem ähnlichen Fazit gelangt SRF-Bundeshausredaktor Hanspeter Trütsch: Der Fukushima-Effekt, der den Grünen und der GLP 2011 noch Aufwind gegeben habe – 2015 sei der verpufft. Und den Sinkflug der BDP führt Trütsch unter anderem auf das fehlende Alleinstellungsmerkmal zurück.

Die Bürgerlichen sind in diesen Wahlen gestärkt worden. Longchamp stellt eine interessante Rechnung auf: Zählt man die Sitze von SVP, FDP, Lega und MCR zusammen, kommt man auf 100 Sitze. «Der neue Nationalrat hat zur Hälfte eine rechte Seite.», so der Politologe.

Können FDP und SVP ihren Kandidaten durchsetzen?

Politologe Georg Lutz: «Zwar haben die SVP und die FDP bei den Wahlen klar zugelegt. Sie haben eine Mehrheit im Nationalrat. Der Bundesrat wird aber von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt. Dazu zählen auch die Ständeräte. Und hier hat sich am heutigen Wahltag bisher kaum etwas verschoben. Rein rechnerisch wird es diesen beiden Parteien also nicht reichen, einen Bundesrat zu wählen, so wie es ihnen passt.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Natuerlich wird sich da nicht viel aendern.. warum auch?! Die Suppe wird nie so heiss gegessen wie gekocht.. und unsere Parteien sind immer noch sehr gut verteilt im NR vertreten.. ausserdem werden immer in jedem Lager nicht alle abstimmen was der Parteileitung gefaellt.. da kein Stimmzwang herrscht! Natuerlich koennte die SVP zusammen mit FDP etc eine dominante Rolle spielen.. koennte.. das ist reine Theorie. Der Durchschnittsschweizer ist da recht klever, auch im Parlament!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Finanziell wird es in 4 Jahren nicht besser aussehen. Allerdings wäre es schon eine Leistung das Niveau zu halten. Die Staatsüberschuldungen und die Weltweite Plokadepolotik lässt dies noch nicht zu. Welcher Bürger kennt schon die wahren Schulden z.B. von Winterthur. zu glauben Kredite kosten immer nichts ist purer Staatsglaube. Leider werden die Seiten es nun noch schwerer haben Kompromisse zu finden. Im Ständerat ist vorallem die CVP übervertreten. Sie haben also vieles in der Hand.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Soltermann (ps)
    Die Schweiz naehert sich einer Diktatur des Kapitals. Die sozialen Errungenschafter koennen nun errodieren wie Schnee an der Sonne ... Werkplatz Schweiz ohne Arbeitsfrieden ade ... vielen Dank liebe Medien fuer die freundliche Hilfe.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Maligan Jury (jury maligan)
      Da können Sie ja froh sein, Sie sind im richtigen Land und können das rote Büchlein weiter studieren ;-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen