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Bundesratswahlen BDP irritiert nach Darbellays Zugeständnis für weiteren SVP-Sitz

CVP-Präsident Christoph Darbellay stösst die anderen Mitte-Parteien vor den Kopf. In einem Zeitungs-Interview sagte er, ein zweiter SVP-Sitz im Bundesrat sei legitim – und stellte damit eine doppelte Vertretung der Mitte-Parteien in Frage. Bei der BDP versteht man Darbellays Kehrtwende nicht.

Lorenz Hess (BDP-BE) spricht während einer Debatte im Nationalrat. (keystone)
Legende: Lorenz Hess geht davon aus, dass Bundesrätin Widmer-Schlumpf nochmals kandidieren wird. Keystone

CVP-Präsident Christophe Darbellay verärgert Politiker des Mitte-Blocks im Parlament. In einem Interview mit der Zeitung «Le Matin Dimanche» sagte er, ein zweiter Bundesrats-Sitz für die SVP sei legitim.

Legende: Video Christophe Darbellay zum zweiten Sitz für die SVP abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.10.2015.

Er stellte zudem in Frage, ob die Mitte-Parteien mit ihrer heute losen Struktur zwei Bundesratssitze für sich beanspruchen könnten. Bisher fusste auf dieser Argumentation die Rechtfertigung des BDP-Sitzes neben jenem der CVP.

Darbellay beerdigt mit seiner Aussage quasi die Pläne einer starken Mitte-Allianz für die kommende Legislatur. Die Gespräche darüber hatten zwischen den Parteien erst am vergangenen Mittwoch begonnen.

Meinungswechsel innert so kurzer Zeit

Über die Aussagen des CVP-Präsidenten zeigt sich BDP-Vize-Präsident Lorenz Hess irritiert. «Ich verstehe nicht, wie man innert so kurzer Zeit die Meinung wechseln kann», sagte er SRF News.

Legende: Video BDP-Vizepräsident Hess: «Absolut unverständlich» abspielen. Laufzeit 1:46 Minuten.
Vom 25.10.2015.

Hess spielt dabei auf die Äusserungen von Christoph Darbellay direkt nach den eidgenössischen Wahlen an. Denn noch am 18. Oktober sagte der CVP-Präsident, ein Bundesrat, der seinen Job gut mache, solle nicht abgewählt werden. Er sprach dabei von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.

Auf die Frage an Lorenz Hess, ob Darbellays Äusserung eine Absage an Bundesrätin Widmer Schlumpf seien, sagt der BDP-Vizepräsident: «Ich nehme Herrn Darbellay bei dem Wort, das er noch vor wenigen Tagen hatte.»

Darbellays Äusserungen sind für mich absolut unverständlich
Autor: Lorenz HessVize-Präsident BDP

Hess denkt, der CVP-Präsident mache sich momentan Gedanken über seine eigene Zukunft. «Es könnte sein, dass er das Terrain vorbereiten will», so Hess. Auch etwa eine eigene Bundesratskandidatur Darbellays könne ein Thema sein. «Es ist aber sicherlich kein Geheimnis, dass er in die Walliser Regierung gewählt werden möchte.»

Was tut Eveline Widmer-Schlumpf?

Hess geht davon aus, dass Widmer-Schlumpf nochmals für den Bundesrat kandidieren wird. Ob sie in ihrem Vorhaben von der CVP unterstützt wird, soll sich am 21. und 22. November zeigen. Laut Christoph Darbellay will die CVP-Fraktion dann den Entscheid fällen. Bisher hat sich Bundesrätin Widmer-Schlumpf nicht dazu geäussert, ob sie erneut für den Bundesrat zur Wahl steht.

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61 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Wie auch die Bundesratsauswahl ausgeht, für mich hat leider EWS ein schlechter Eindruck gemacht, als sie sich für andere ins Szene setzte und dabei ihre eigene Partei hinterging. Was die Qualität ihrer Arbeit anbelangt, kann ich nicht beurteilen. Wir werden sehen was im Bundeshaus vor sich geht. Eigentlich ist jeder Mensch ersetzbar, sei es nach dem "Tod" ableben einer Person, oder sonstiges Schicksal. Wünsche allen einen schönen Tag Freundlicher Gruss M.Artho
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Darbellay und deren CVP scheinen dem erneuten "Hinterzimmer-Wahltrick" der Mitte-Links-Seite eine Schreckminute eingejagt zu haben! Als langjährigen Politbeobachter spürt man, dass ALLES versucht wird, EWS von der 4.2%-Kleinpartei BDP im Amt zu lassen! Die (noch übrig gebliebenen) BDP'ler(innen) zittern um genügend Stimmen, damit bei den Bundesratswahlen erneut der "verda...." wählerstärkste SVP ihren 2. Bundesrat verhindert werden kann! Politik ist ein "Dre...-Geschäft", ohne Moral und Anstand!
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    A. Planta, 26.10./9:41 "EWS wurde als SVP-Vertreterin in den BR gewählt. Alles klar?" Wie recht die SVP hatte, EWS nicht als BR-Kandidatin zu nominieren, haben wir nun in all den Jahren erlebt. Heute will die BDP als Mittepartei ihren 2.BR-Sitz behalten. Im Übrigen ist es die SP, die wegen wilder Kandidatur, Wahl anderer Parteimitglieder oder Linienuntreue am meisten ihrer Mitglieder ausschliesst. S/Wiki. Denken Sie uva nur an Francis Matthey, er durfte seine Wahl in den BR auch nicht annehmen.
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