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Bundesratswahlen Das Schweigen der Eveline Widmer-Schlumpf

Bleibt sie oder geht sie? Die Schweiz rätselt und Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf macht es spannend. Am Mittwochabend hatte die Finanzministerin ihren ersten Auftritt nach dem Wahlsonntag. Es ging um Bundesratsentscheide zu den Banken. Doch im Raum stand stets die andere grosse Frage.

Widmer-Schlumpf
Legende: Fragen zu ihrer politischen Zukunft liess die Bundesrätin bereits im Vorfeld abblocken. Keystone

Nüchtern und sachlich ist Eveline Widmer-Schlumpf ja immer. Das ist auch diesmal nicht anders. Aber ihr schelmisches Lächeln ist verschwunden, die Stimme leicht belegt. Ganz zu Beginn lässt sie Bundesratssprecher André Simonazzi klarstellen: Keine Fragen zu ihrer Zukunft. «Dazu sagen wir nichts. Basta».

Legende: Video Erster Auftritt nach den Wahlen abspielen. Laufzeit 2:58 Minuten.
Aus 10vor10 vom 21.10.2015.

Skurrile Situation

Dann referiert die Finanzministerin über die neuen Regeln fürs Eigenkapital von system-relevanten Banken: «Die Sockelanforderung für die Leverage-Ratio beträgt 4,5 Prozent.» Ein kompliziertes Thema. Es passt zu dieser Politikerin, von der man sagt, sie verbringe Stunden und Stunden mit Aktenstudium bis ins Detail. Eine Musterschülerin. Die jetzt aber unkonzentrierter ist als auch schon.

Mindestens so spannend wie das Banken-Thema ist für die meisten Journalisten im Moment das Rücktritts-Thema. Und so deuten sie die Körpersprache der Finanzministerin, klopfen Worte und Sätze auf versteckte Botschaften. Eine skurrile Situation.

«Durst wird diesmal nicht gestillt»

Gegen Ende der Medienkonferenz gibt's die Fragerunde: Bundesratssprecher Simonazzi blockt alle persönlichen Fragen ab: «Ich werde noch einmal sagen. Der Durst wird diesmal nicht gestillt.» «So ist es», sagt die Finanzministerin.

Ganz zum Schluss wirkt sie lockerer. Das schelmische Lächeln ist zurück. Als Widmer-Schlumpf nach einer Stunde aufsteht und geht, nickt ihr ihre Pressechefin aufmunternd zu. Geschafft. Vielleicht war es einer ihrer letzten Auftritte

25 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Ein reiner Sturm im Wasserglas, der da in den Medien abgehalten wird. Am Ende wird man in Bern Frau BR Widmer-Schlumpf im Bundesrat behalten wollen, auch wenn's den Konflikt zwischen der SVP und den übrigen Parteien weiter anheizt. - Wenn sie nicht von selber zurücktritt, bleibt alles bei der jetzigen Zusammensetzung.
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  • Kommentar von Heinz imBoden (Berggeist)
    DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS? Eine Partei auf einen verhassten Exponenten reduzieren, im Dauerlauf ihn als unwürdig erklären, moralisch ausgrenzen und das Recht beanspruchen, im BR das Volk lieber mit angeblich politisch korrekten 5% als mit 28% aus der unbeliebten SVP Ecke zu vertreten. Erstaunlich was BDP Machtgelüste auf Kosten der Demokratie so alles herzuzaubern vermögen? Das soll also ein modernes Demokratieverständnis sein? >>> Ein BR nach Abbild des Wahlvolkes ist ein BR ohne Frau EWS <<<
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  • Kommentar von M. Wyrsch (mawylu)
    Tobias Hofer 22.10.2015, 13:12: "weil einer Mehrheit der Bundesversammlung seine Meinung nicht genehm war." Im Bundesrat geht es nicht darum, seine eigene Meinung kundzutun, sondern die Meinung des Gesamtbundesrates zu vertreten. Und genau das war das Problem: Blocher hat währen seiner Zeit als Bundesrat mehrmals das Kollegialitätsprinzip missachtet. Darum war er auch für eine Mehrheit der Bundesversammlung nicht mehr tragbar, bzw. wählbar!
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