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Bundesratswahlen Das sind die fünf Szenarien für die Bundesratswahl

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Am 9. Dezember entscheidet die Vereinigte Bundesversammlung über die Zusammensetzung der neuen Regierung. Entscheidend wird sein, ob Eveline Widmer-Schlumpf nochmals antritt. Mehrere Szenarien sind denkbar. SRF-Bundeshausredaktor Philipp Burkhardt schätzt sie ein.

Die neugewählte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wartet am 13. Dezember 2007 auf ihre Vereidigung.
Legende: Die neugewählte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf wartet am 13. Dezember 2007 auf ihre Vereidigung. Keystone
  • Szenario 1: Widmer-Schlumpf tritt zurück, die SVP erhält einen zweiten Sitz

Das sagt der Bundeshausredaktor:
«Wenn Eveline Widmer-Schlumpf jetzt abtritt, kann sie erhobenen Hauptes gehen und wird als erfolgreiche Bundesrätin in Erinnerung bleiben. Bleibt sie, droht sie mit ihren Geschäften im Nationalrat vermehrt aufzulaufen, wo die SVP- und die FDP-Fraktion jetzt die absolute Mehrheit haben. Ich rechne deshalb mit ihrem baldigen Rücktritt. Der erstarkte Rechtsblock könnte dann mit Stimmen der CVP für die SVP den zweiten Bundesratssitz zurückholen.»

Wahrscheinlichkeit: Sehr hoch

  • Szenario 2: Widmer-Schlumpf tritt wieder an und unterliegt einem SVP-Kandidaten

«Dass Frau Widmer-Schlumpf das Risiko auf sich nimmt, am 9. Dezember zugunsten eines SVP-Konkurrenten nicht wieder gewählt zu werden, kann ich mir kaum vorstellen. Ein erzwungener Abgang ist für jedes Regierungsmitglied wohl so ziemlich die schlimmste aller Vorstellungen. Doch genau das droht, wenn sich die Bundesrätin noch einmal zur Wiederwahl stellt.»

Wahrscheinlichkeit: Nicht sehr hoch

  • Szenario 3: Alles bleibt, wie es ist. Widmer-Schlumpf tritt an und wird gewählt

«Dieses Szenario ist nur dann realistisch, wenn die Linksparteien zusammen mit den Mitteparteien CVP, BDP und GLP relativ geschlossen Widmer-Schlumpf wieder wählen. Die Grünliberalen und mehrere CVP-Parlamentarier haben sich aber bereits gegen sie ausgesprochen. Da müssten also in den verbleibenden sieben Wochen bis zur Wahl Viele ihre Meinung ändern.»

Wahrscheinlichkeit: Klein

  • Szenario 4: Widmer-Schlumpf tritt zurück und ein CVP-Kandidat erbt den Sitz

«Das grösste Problem an diesem Szenario: Die CVP müsste überhaupt einen Kandidaten finden, der das Risiko in Kauf nimmt, gegen einen SVP-Konkurrenten zu unterliegen. Aussichtsreiche CVP-Anwärter warten lieber den Rücktritt von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard ab, wo die Wahlchancen ungleich höher sind. Dass die CVP bei dieser Ausgangslage auf eine Kandidatur verzichtet, scheint mir viel wahrscheinlicher. Ein ‹wilder› CVP-Kandidat, der von den Linksparteien ins Spiel gebracht wird, würde aber von der CVP nicht genügend Stimmen erhalten.»

Wahrscheinlichkeit: Sehr klein

  • Szenario 5: Widmer-Schlumpf tritt an und wird gewählt. Die SVP erhält den zweiten Sitz auf Kosten der FDP

«Die SVP hat null Interesse, den zweiten Sitz auf Kosten ihres zuverlässigsten Partners FDP zu erobern. Damit dieses Szenario gelänge, müssten sich die Linksparteien mit den Mitteparteien CVP, BDP und Grünliberalen zusammentun und geschlossen einen amtierenden FDP-Bundesrat durch einen SVP-Bundesrat ersetzen, den man ja um jeden Preis verhindern will. Mit anderen Worten: Ein solches Szenario kann man getrost ausschliessen.»

Wahrscheinlichkeit: Gleich null

(srf/krua)

Zur Person

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Philipp Burkhardt ist Leiter der Bundeshausredaktion von Radio SRF.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Blatter (kaderschaufel)
    EWS sollte wieder antreten, aber nicht um wiedergewählt zu werden (das ist wohl kaum realistisch und die Legitimität wurde ja wohl schon oft genug diskutiert), sondern um die SVP zu zwingen, keinen Hardliner zu stellen. Wenn EWS nicht wieder antritt, kann die SVP vorschlagen, wen immer sie will, und diese Person wird gewählt werden.
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  • Kommentar von Dominik Marty (Dominik Marty)
    Ja, lieber Herr Bosshardt. Am besten gleich 7 Bunderatssitze für die SVP! Damit einfach ein für allemal, möglichst kurz und schmerzlos klar wird, was die SVP ausser Polemik zu bieten hat. Lösungsorientierung 0!! Bisher sind wir noch mit einem blauen Auge davon gekommen (Ständerat/Bundesrat). Jetzt wohl nicht mehr! Ist zwar bitter, den Weg der Erfahrung gehen zu müssen. Aber so wie es momentan aussieht, funktioniert der edle Weg der Vernunft einfach nicht. Wahlergebnis sei Dank!
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Totaler Schrott diese Zeichen, die man eingeben muss.Noch nie gesehen, dass so viele Zeichen zu tippen sind. Total daneben, dass sie so nicht zu erkennen sind, dass man sich Mühe gibt und dann stimmt es doch nicht. Noch was: ich mache keine Tippfehler, wenn ich so langsam tippe! Hatte das schon mal und es bleibt.
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