Zweiter SVP-Bundesrat: Ein Spiel mit vielen Variablen

Würde, wäre, wenn – Die Ausgangslage für die SVP ist auch am Tag nach der Wahl kompliziert. Gemäss Politologe Claude Longchamp hängt viel vom Entscheid Eveline Widmer-Schlumpfs ab.

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Die Bundesratskandidaten bringen sich in Stellung

5:14 min, aus 10vor10 vom 19.10.2015

Keine Frage beherrscht die politische Diskussion in der Schweiz zurzeit mehr als die, ob die SVP einen zweiten Bundesratssitz erhalten sollte. SVP-Präsident Toni Brunner lässt sich aber auch am Tag eins nach der Wahl nicht in die Karten blicken.

Gegenüber «10 vor 10» gibt er sich weiterhin bedeckt: «Machen Sie sich keine Sorgen um unsere Kandidaten. Wenn die anderen Parteien den Willen haben, uns wirklich einzubinden, dann werden wir auch einen Kandidaten aufbieten, der für die anderen Parteien wählbar ist.»

SVP-Bundesrat von Widmer-Schlumpfs Gnaden

Doch es ist nicht nur davon abhängig, ob die anderen Parteien die SVP unterstützen wollen oder nicht. Für den Politologen Claude Longchamp ist vor allem die Frage zentral, ob Bundesrätin Widmer-Schlumpf bei der Gesamtbundesratswahl antritt. In einem solchen Fall, so Longchamp, hätte ein gemässigter SVP-Kandidat grössere Chancen, gegen Widmer-Schlumpf zu gewinnen.

Sollte Widmer-Schlumpf aber von sich aus ihre Kandidatur zurückziehen, wäre der Anspruch der SVP auf einen zweiten Sitz im Bundesrat «fast unbestritten». Der Spielraum der SVP sei dann viel grösser, so Longchamp.