FDP kann auf zusätzliche Ständeratssitze hoffen

Sechs FDP-Ständeräte treten am 18. Oktober nicht mehr zur Wahl an. Der Freisinn hat gute Chancen, diese Sitze zu verteidigen und sogar weitere Sitze hinzu zu gewinnen. Für die GLP ist es praktisch unmöglich, ihre Sitze in der kleinen Kammer zu halten.

Christine Egerszegi im Ständerat

Bildlegende: Trotz Rücktritten bekannter Ständeräte aus ihren Reihen – wie Christine Egerszegi – kann die FDP auf Sitzgewinne hoffen. Keystone

Die Grünliberalen stellten in der abgelaufenen Legislatur mit Verena Diener (ZH) und Markus Stadler (UR) zwei Ständeräte in Bundesbern. Beide gaben im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen ihren Rücktritt bekannt. Nur in Zürich kandidiert mit GLP-Präsident und Nationalrat Martin Bäumle ein möglicher Ersatz. Seine Wahlchancen sind angesichts der grossen Konkurrenz aber gering.

Ein Grund dafür ist das Majorzsystem, das mit Ausnahme der Kantone Jura und Neuenburg eine absolute Mehrheit für eine erfolgreiche Kandidatur erfordert. Deshalb wird es in vielen Kantonen auch zu einem zweiten Wahlgang kommen. Der Ausgang dieses Wahlgangs hängt vom Resultat des ersten ab, von neu geschlossenen Bündnissen und zurückgezogenen Kandidaturen.

FDP hat beste Gewinnchancen

Gemäss Analysen der sda-Korrespondenten zeichnet sich bei den Ständeratswahlen eine ähnliche Tendenz ab, wie bei den Nationalratswahlen. Jedoch werden die Verschiebungen in der kleinen Kammer weniger gross ausfallen.

Die FDP wird aller Voraussicht nach aber auch in der kleinen Kammer zur Gewinnerin avancieren. Tritt der Idealfall für die Partei ein, gewinnt sie fünf Sitze. In den Kantonen Wallis, Waadt, Freiburg und Solothurn beispielsweise sind die Chancen für einen Sitzgewinn intakt. Heute sitzen elf FDP-Vertreter im Ständerat.

Die SVP wird wahrscheinlich ihre fünf Sitze verteidigen können. Bestenfalls liegen sogar drei zusätzliche Sitze drin – etwa in Bern, Obwalden, Luzern und im Aargau hat die Partei Ambitionen. Läuft alles gegen die SVP, verliert sie einen Sitz.

Spannend wird es unter anderem in Schaffhausen, wo der parteilose Thomas Minder ernstzunehmende Konkurrenz von der FDP und der SP bekommt. Minder gehört zur SVP-Fraktion im Bundeshaus.

Bleibt die CVP stärkste Kraft im Ständerat?

Stabil bleiben dürfte die Anzahl der SP-Sitze im Ständerat. In Zürich hat Daniel Jositsch gute Chancen, einen der frei werdenden Sitze zu gewinnen. Im Wallis könnte der ehemalige SP-Regierungsrat Thomas Burgener den Sitz von René Imoberdorf (CSP) erben. Nicht ganz ausgeschlossen ist indes ein Sitzverlust im Kanton Bern oder in Baselland.

Auch die CVP wird in der kommenden Legislatur etwa gleich viele Ständeräte ins Bundeshaus beordern können wie bisher. Die Partei hat Chancen auf Sitzgewinne im Aargau, in Obwalden und Schwyz, kann aber auch Sitze verlieren – namentlich in den Kantonen Nidwalden, Wallis, Freiburg und Solothurn. Unklar ist, ob die CVP mit heute 13 Sitzen die stärkste Kraft in der kleinen Kammer bleibt. Die SP und FDP mit je 11 Sitzen sind ihr dicht auf den Fersen.

Praktisch sicher fühlen können sich die Grünen und die BDP, die ihre zwei Sitze respektive den einen Sitz verteidigen dürften. Ganz zurücklehnen kann sich aber einzig der Innerrhoder Ständerat Ivo Bischofberger (CVP). Er wurde bereits am 26. April von der Landsgemeinde wiedergewählt.