Wahlresultate: Die politische Landkarte im Aargau

Der Aargau gilt als «Kanton der Regionen». Tatsächlich gibt es bei den Wahlresultaten vom Sonntag zum Teil grosse regionale Unterschiede. Einige Beispiele.

Wahlplakate der SVP Aargau

Bildlegende: Die SVP kann ihre Basis im ländlichen Süden stärken: In Kulm holt sie fast jede zweite Stimme, in Muri immer mehr. Keystone

Es ist nicht neu und auch keine Überraschung. Und doch sind die Zahlen beeindruckend: Die SVP dominiert vor allem in den beiden ländlichen Bezirken Kulm und Zurzach massiv. Im Süden des Kantons erreicht die SVP in Kulm einen Wähleranteil von über 47 Prozent. Fast jede zweite Stimme in diesem Bezirk ging also zur Liste 1. Im Bezirk Zurzach bringt es die SVP immerhin noch auf gut 46 Prozent.

Zuwachs der SVP im CVP-Gebiet

Interessant: Am meisten zulegen konnte die SVP in den beiden Bezirken Muri und Rheinfelden. In Muri dürfte der Erfolg der SVP (neu 44,11 Prozent Wähleranteil) auf Kosten der bisher traditionell starken CVP (neu noch 16,31 Prozent Wähleranteil) gehen. Diese verliert im Bezirk Muri überdurchschnittlich viel. Auch in der ehemaligen CVP-Stammlande Zurzach sind die Verluste überdurchschnittlich gross.

Der Aufstieg der Freisinnigen ist im ganzen Kanton zu spüren: Die FDP legt in den Bezirken ziemlich gleichmässig zu. Auffallend dabei ist, dass die FDP sowohl in eher städtischen Bezirken wie Aarau (plus 3,6 Prozentpunkte) und Baden (plus 4.0 Prozentpunkte), als auch in ländlichen Bezirken wie Zurzach (plus 4.7 Prozentpunkte). Den grossen Zuwachs im Bezirk Kulm (plus 4,8 Prozentpunkte) verdanken die Freisinnigen ihrem Parteipräsidenten Philipp Müller von Reinach.

12 Prozent Wähleranteil für die Grünen... im Ausland

Ziemlich gleichmässig sind die Verluste von BDP, GLP und SP im Aargau. Diese Parteien müssen in allen Regionen Federn lassen. Auch die Grünen trifft es überall in einem ähnlichen Ausmass. Mit einer Ausnahme: Bei den Auslandschweizern bleiben die Grünen offenbar hoch im Kurs. 12 Prozent aller Aargauer, die im Ausland gewählt haben, haben grün gewählt.

Einen Wähleranteil von 12 Prozent können sich die Grünen im Inland nur erträumen. Doch: Der Wähleranteil ist natürlich nur eine relative Grösse. Die wenigen wählenden Auslandschweizer haben kaum Einfluss auf das Wahlresultat insgesamt.