Kommt jetzt die grosse Koalition der Basler Bürgerlichen?

Der Bürgerblock geht als Verlierer aus den Basler Nationalrats- und Ständerats-Wahlen hervor. Exakt ein Jahr vor den kantonalen Wahlen stellt sich für die bürgerlichen Parteien deshalb die Frage, wie sie ihren angekündigten Angriff auf die rot-grüne Regierungsmehrheit starten will.

Grossratssaal

Bildlegende: Bürgerllicher Schulterschluss für den Sturm auf das Rathaus 2016? Juri Weiss

Der Sitzverlust der CVP bei den Nationalratswahlen vom Sonntag stellt für die Basler Bürgerlichen eine herbe Enttäuschung dar. Kommt dazu, dass der Bürgerblock bei den Ständeratswahlen schon gar nicht versucht hat, der amtierenden Anita Fetz (SP) eine ernsthafte Kandidatur entgegen zu stellen.

Exakt in einem Jahr finden die kantonalen Gesamterneuerungswahlen statt. Dort haben die Bürgerlichen das erklärte Ziel, endlich rot-grün die Regierungsmehrheit zu entreissen. Doch von diesem Ziel scheint das bürgerliche Lager in der momentanen Verfassung weiter entfernt denn je. LDP-Präsidentin Patricia von Falkenstein zeigt sich offen für eine solche grosse Koalition. Und für den abtretenden FDP-Präsidenten Daniel Stolz ist klar, dass jetzt der Schulterschluss mit der SVP kommen muss: «Das müssen Sie nicht uns fragen», so Stolz trotzig, «es ist die CVP, die das immer verhindert.»

CVP-Präsidentin Andrea Strahm gibt sich vorerst bedeckt. Mit Masseneinwanderungsinitiative und Fremdenhass sei die SVP schon weit weg von den humanitären Einstellungen der CVP. «Aber wir müssen auch die Probleme der einheimischen Bevölkerung mit den Ausländern ernst nehmen.» Strahm signalisiert denn auch Offenheit: «Ich schliesse nichts aus, auch nicht die SVP.»