SVP spaltet in Freiburg Stadt und Land

Im Dorf Plasselb im Sense Oberland haben 57 Prozent der Stimmbürger SVP gewählt, in der Stadt Freiburg bloss 14 Prozent. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Flüchtlingspolitik.

Haus mit Kirche und Bahnhofsunterführung

Bildlegende: Plasselp und Freiburg: Zwei verschiedene politische Welten. Patrick Mülhauser/SRF

Montagvormittag im Restaurant Jäger in Plasselb: Einer der Gäste hat SVP gewählt: «Die machen wenigstens etwas gegen die Einwanderung.» Eine Frau am Tisch daneben pflichtet bei. «Die lösen das Problem zackig.» In Plasselb hat jeder Zweite SVP gewählt. Kein Wunder: Ganz in der Nähe soll ein Bundesasylzentrum entstehen. Das mobilisiert die Leute.

In den umliegenden Dörfern hat die SVP ähnlichen Erfolg. Ein Mann am Stammtisch kommt aus Plaffeien und hat nicht SVP gewählt. Er schüttelt den Kopf. «Die Leute in Plaffeien fürchten sich vor Asylbewerbern, obwohl sie keinen einzigen im Dorf haben.»

Anderes Bild in Freiburg

Die Stadt Freiburg hat einen hohen Ausländeranteil, er liegt bei 30 Prozent. In der Stadt gibt es zudem mehrere Asylunterkünfte. Am Bahnhof laufen Frauen mit Kopftüchern vorbei. Männer mit dunkler Hautfarbe unterhalten sich. Trotzdem wählen in der Stadt nur wenige die SVP. Nur 13,6 Prozent.

Der Vormarsch der SVP auf dem Land ist für eine Frau wenig überraschend. «Alles wegen der Angst vor Asylsuchenden.» Und eine Ausländerin, die seit 35 Jahren in Freiburg wohnt, ist besorgt über den Wahlsieg der SVP. «Das ist für die Schweiz nicht gut.»

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