Unheilige Allianz in Glarus

Bei den Nationalratswahlen im Kanton Glarus fordert die SP die BDP heraus. Augenfällig dabei: Bürgerliche und prominente SVP-Politiker setzen sich für den SP-Kandidaten Jacques Marti ein. Andere Politiker sehen das ungern und glauben an einen Pakt zwischen SVP und SP.

Glarner Landsgemeinde

Bildlegende: Wie fest die Parteitaktiken zum Tragen kommen, ist offen. Nur 15 Prozent aller Glarner sind in einer Partei. Keystone

«Bürgerliches Komitee für Jacques Marti» nennt sich die Gruppe aus fünf Männern, welche für den linken Kandidaten wirbt. Mitglieder sind unter anderen der ehemalige Präsident der SVP Glarus, Marc Ziltener, Alt-Ständerat Kaspar Rhyner (FDP) und Alt-Regierungsrat Christoph Stüssi (SVP). Letzterer stört sich vor allem an den Aussagen des jetzigen BDP-Nationalrats Martin Landolt vom letzten Herbst, dass die SVP braune Politik betreibe.

Die FDP sieht in dieser Situation eine unheilige Allianz zwischen der SVP Glarus und der SP Glarus. Die CVP glaubt, dass auf dem Platz Glarus Bundespolitik ausgehandelt werde, um so letztlich BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zu schwächen. Die SVP und die SP bestreiten, dass es einen Pakt gegeben habe.

Von langer Hand geplant?

Im Sommer hatten sich in Linthal alle Parteien getroffen. BDP-Präsident Rolf Elmer glaubt, damals sei die Planung des Angriffes auf Nationalrat Martin Landolt aufgenommen worden. Er habe SVP-Mitglieder als Strippenzieher wahrgenommen. Dass der Angriff von links kam, überrasche ihn darum umso mehr.

SVP-Fraktionspräsident Toni Gisler bestätigt gegenüber der Sendung «Regionaljournal Ostschweiz», dass er sich bereits im Januar mit dem heutigen SP-Nationalratskandidaten getroffen habe. Bei diesem Treffen sei es aber nicht konkret um eine Kandidatur gegangen. Man habe lediglich über das Vorgehen für die nationalen Wahlen gesprochen.