Obwalden hat noch keinen Ständerat gewählt

Der Obwaldner Sitz im Ständerat ist noch nicht vergeben. Im ersten Wahlgang erreichte keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr. Mit 6754 Stimmen liegt Erich Ettlin von der CVP an der Spitze. Dahinter folgen André Windlin (FDP) mit 4306 Stimmen und Adrian Halter (SVP) mit 4023 Stimmen.

Porträtbild Erich Ettlin

Bildlegende: Der Wirtschaftsprüfer Erich Ettlin von der CVP hat im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erhalten. zvg

Bei der Obwaldner Ständeratswahl hat keiner der drei Kandidaten das absolute Mehr erreicht. Am besten platzierte sich der 53-jährige Quereinsteiger Erich Ettlin (CVP) aus Kerns. Er verpasste das absolute Mehr von 7542 Stimmen und damit die Wahl um 788 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 60,2 Prozent.

Mit einem deutlichen Rückstand von gut 2'400 Stimmen hinter Ettlin platzierte sich der 47-jährige FDP-Kandidat André Windlin, Gemeindepräsident und Meisterlandwirt aus Kerns. Nochmals gut 280 Stimmen weniger erzielte SVP-Mann Adrian Halter. Er lag aber in drei der sieben Gemeinden vor dem FDP-Kandidaten, nämlich im Hauptort Sarnen, in Alpnach und in Engelberg.

Damit liegt für die Obwaldner CVP als stärkste Partei die Rückkehr in die eidgenössischen Räte in Griffnähe. Die Partei hatte 2007 ihren Nationalratssitz an die SVP verloren. Vor vier Jahren ging der Sitz an die CSP über.

Im Ständerat war der zurücktretende Hans Hess seit 1998 fest im Sattel. Für die Wahl seines Nachfolgers schickten die drei stärksten Obwaldner Parteien CVP, SVP und FDP jeweils ein frisches Gesicht ins Rennen.

Schwierige Ausgangslage für CVP-Gegner

Die FDP hatte mit einem zweiten Platz gerechnet. Allerdings erhofften sich die Freisinnigen einen deutlicheren Abstand zum drittplatzierten SVP-Kandidaten, wie FDP-Parteipräsident Boris Camenzind auf Anfrage sagte. Dies mache die Ausgangslage schwierig. Ob die FDP erneut antritt, entscheide das Wahlkampfteam der Partei am Montag.

Die SVP stehe bereit für einen zweiten Wahlkampf, sagte Parteipräsident Albert Sigrist auf Anfrage. Definitiv entscheiden werde die Partei aber auch am Montag an einer Sitzung aus Parteivorstand, Ortsparteien und Wahlkampfteam, sagte Sigrist.

CVP-Kandidat Erich Ettlin ist Favorit für den zweiten Wahlgang, obschon er ein politischer Quereinsteiger ist. Der Steuerexperte und Wirtschaftsprüfer kennt den Politikbetrieb als Leiter der Steuerverwaltung, der er von 1996 bis 2001 vorgestanden war. Der zweite Wahlgang findet am 15. November statt.