Die neuen Schaffhauser Ständeräte sind die alten

Hannes Germann (SVP) und Thomas Minder (parteilos) verteidigen ihre Sitze im Ständerat. Für Herausforderer, Regierungsrat Reto Dubach von der FDP, ist es eine bittere Niederlage. Er kommt nicht annähernd an Minder heran und liegt noch hinter Walter Vogelsanger von der SP auf Platz vier.

Den verlorenen Ständeratssitz zurückholen - dies war das Ziel der Schaffhauser FDP. Die Wahl geriet jedoch zum eigentlichen Debakel: Reto Dubach kam gerade mal auf 7'731 Stimmen, nur rund halb so viele wie Thomas Minder. Dieser erreichte das absolute Mehr zwar nur knapp, schaffte aber die Wiederwahl.

Hannes Germann mit Traumresultat

Klar gewählt wurde wie erwartet Hannes Germann von der SVP: Mit 20'747 Stimmen setzte er sich an die Spitze des Kandidaten-Quartetts und erreichte in jeder der 26 Gemeinden problemlos das absolute Mehr. Das Traumresultat kommt für Hannes Germann unerwartet:

«  Das hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausgemalt. »

Hannes Germann
Wiedergewählter SVP-Ständerat

Eine gute Ausgangslage für die Wahl in den Bundesrat? Germann bleibt bescheiden. Schaffhausen und Bern liessen sich nicht vergleichen: «Die Parteistrategen kochen ihr eigenes Süppchen, ich begebe mich da nicht aufs Glatteis.»

Schlappe für die Schaffhauser FDP

Während die Kandidatur von Walter Vogelsanger (SP) als wenig aussichtsreich galt, dürfte das Abschneiden von Reto Dubach, dem langjährigen Regierungsrat und politischen Schwergewicht in Schaffhausen, eine grosse Enttäuschung sein. Ausgerechnet an seinem 59. Geburtstag erhält Reto Dubach kein Geschenk, sondern muss, zusammen mit seiner FDP, eine eigentliche Schlappe einstecken. Seine Erklärung:

«  Thomas Minder geniesst wider Erwarten viel Sympathien, ich kann ihm nur gratulieren. »

Reto Dubach
Ständerats-Kandidat der FDP

Das «Robin-Hood Image» von Minder sei sicher bei der Wahlbevölkerung gut angekommen. Ausserdem sei er zwischen dem SVP- und dem SP-Kandidaten etwas verloren gegangen, glaubt Dubach.

538 Stimmen zum Glück

Thomas Minder hat nicht mit einem so guten Resultat gerechnet. «Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass ich in einen zweiten Wahlgang muss», sagt er im Interview mit dem «Regionaljournal». Umso mehr freut es ihn, dass er nun im ersten Anlauf wieder gewählt wurde.

Auch in der neuen Legislatur will sich Minder der SVP-Fraktion im Bundesparlament anschliessen. Er betont aber, dass er als Parteiloser gewählt wurde und auch als Parteiloser politisiere. Die Hürde des absoluten Mehrs lag bei 13'195 Stimmen. Diese Marke hat Minder um rund 538 Stimmen übertroffen.

SP mit Achtungserfolg

Zufrieden sein mit seinem Resultat darf der SP-Kandidat Walter Vogelsanger. Er erzielte ein ähnliches Resultat wie vor vier Jahren sein Parteikollege Matthias Freivogel. «Das ist das, was man auf linker Seite im Kanton Schaffhausen holen kann», stellt er gegenüber dem «Regionaljournal» fest. Das, was man auf linker Seite holen kann, reichte immerhin, um den FDP-Regierungsrat Reto Dubach hinter sich zu lassen.

Die Wahlbeteiligung im Kanton Schaffhausen lag bei 68,0 (2011: 64,5) Prozent.