Nationalrat Solothurn: Die Gewinner – und die Verlierer

Der Kanton Solothurn verliert im Nationalrat einen Sitz, dieser geht auf Kosten der CVP, die neu nur noch einen Vertreter nach Bern schickt. Alle anderen Parteien können ihre Sitze halten. SVP und SP behalten zwei, die FDP einen Sitz. Die Entscheidung war aber knapp.

Sechs Leute stehen vor Kirchturm

Bildlegende: Die sechs Solothurner Nationalrätinnen und Nationalräte für die nächste Legislatur. Keystone

Im Kanton Solothurn kann die SVP zwar an Stimmen zulegen, bleibt aber bei ihren zwei Sitzen. Auch die FDP gewinnt und hält mit dem Solothurner Stadtpräsidenten Kurt Fluri (FDP) ihren einen Sitz.

Die SP legt leicht zu und kann ihre zwei Sitze halten. Bea Heim und Philipp Hadorn schaffen die Wiederwahl. Für Hadorn wurde es allerdings eine Zitterpartie, konnte er am Schluss nur 122 Stimmen mehr verbuchen, als die Solothurner SP-Präsidentin Franziska Roth.

Die Wahlverliererin im Kanton Solothurn ist somit die CVP. Die Christdemokraten verlieren einen ihrer beiden Sitze: Der bisherige Nationalrat Urs Schläfli schneidet schlecht ab und schafft die Wiederwahl klar nicht. Sein Rats- und Parteikollege Stefan Müller-Altermatt bleibt damit der einzige Vertreter für die CVP Solothurn im nationalen Parlament.

Verschiebung und Generationenwechsel

In der CVP gibt es zudem eine Verschiebung: Der bisherige Nationalrat Urs Schläfli schneidet schlecht ab und schafft die Wiederwahl klar nicht. Er wird überholt von Stefan Müller-Altermatt, der damit der einzige Vertreter für die CVP Solothurn im nationalen Parlament bleibt.

«  Das war wohl ein Manko bei mir, ich habe die Medien und Öffentlichkeit zu wenig gesucht. »

Urs Schläfli
abgewählter CVP-Nationalrat Solothurn

Ein Verschiebung gibt es auch bei der SVP. Der langjährige Nationalrat Roland Borer wird nach 24 Jahren in Bundesbern etwas überraschend abgewählt. An seiner Stelle schafft SVP-Jungstar Christian Imark die Wahl. Neben ihm wird Walter Wobmann mit dem besten Resultat aller Kandidaten wieder in den Nationalrat gewählt.

«  Es tut mir leid für Roland Borer, aber natürlich freue ich mich auch für mich. »

Christian Imark
Neuer SVP-Nationalrat Solothurn

Mit der Wahl des 33-jährigen Imarks anstelle des 64-jährigen Borers vollzieht sich in der Solothurner SVP ein Generationenwechsel. Borer stand parteiintern in der Kritik, weil er bereits so lange im Amt war. Mit Imark zieht zudem nach langer Zeit wieder ein Vertreter des Schwarzbubenlandes in den Nationalrat ein.

Verdacht auf Stimmenfang bei Solothurner Nationalratswahlen

Bei der Auszählung der Solothurner Nationalratsstimmen sind 39 Wahllisten entdeckt worden, die möglicherweise von der selben Person bearbeitet wurden. Die Staatskanzlei reichte eine Strafanzeige ein. Am Resultat ändert sich nichts.

Bei der Auszählung der Stimmen für die Nationalratswahlen wurden in den vier Gemeinden Grenchen, Riedholz, Oensingen und Laupersdorf 39 Wahlzettel gefunden worden, bei denen ein Verdacht auf ein planmässiges Ausfüllen der Wahlzettel nicht ausgeschlossen werden kann.

Die Solothurner Staatskanzlei reichte eine Strafanzeige ein, wie sie am Sonntag mitteilte. Die Anzahl der fraglichen Wahlzettel beeinflussen das Ergebnis bezüglich der Sitzverteilung nicht. Die von der selben Person abgeänderten Wahlzettel betreffen die Liste 18 Junge CVP Süd-West.

(Regionaljournal Aargau Solothurn 12:07 Uhr; mit Material der sda; Bildnachweise: Keystone, SRF)

Ein Sitz weniger in Solothurn

Weil der Kanton Solothurn nicht so stark wächst wie andere Kantone, verliert er im Nationalrat einen Sitz. Die Sitzzahl wird anhand der Bevölkerung berechnet. Mit dem Sitzverlust wird die Hürde für den Einzug in die grosse Kammer höher.

Übersicht Ständeratswahlen Solothurn