Gespräch: Gerangel um zweiten Ständeratssitz geht weiter

In St. Gallen kann die FDP durchatmen: Karin Keller-Sutter wurde deutlich wiedergewählt. Die CVP verzichtet auf den zweiten Wahlgang. Es bleiben Paul Rechsteiner (SP) und Thomas Müller (SVP). Wie geht es weiter? Die Parteipräsidenten im Gespräch mit SRF-Redaktor Markus Wehrli.

Patrick Dürr, Präsident CVP St. Gallen: «Wir waren überrascht über das Ergebnis von Thomas Amman. Einerseits das gute Ergebnis als Nationalratskandidat, andererseits das weniger gute in der Ständeratswahl. Dieses Resultat ist deutlich und klar. Wir machen auch keine Experimente mehr mit unbekannten Kandidaten wie vor vier Jahren. Deshalb haben wir uns entschieden, im zweiten Wahlgang nicht mehr anzutreten. Von Seiten Parteileitung geben wir nun keine Wahlempfehlung ab.»

Monika Simmler, Parteipräsidentin SP St. Gallen: «Paul Rechsteiner hatte ein Super-Resultat im ersten Wahlgang. Nur mit rot-grünen Stimmen wäre das nicht möglich gewesen. Er hat auch in das bürgerliche Lager Stimmen geholt. Wir rechnen für den zweiten Wahlgang mit Stimmen bis in die FDP. Es gibt einiges zu tun, aber wir kämpfen.»

Herbert Huser, Parteipräsident SVP St. Gallen: «Thomas Müller ist der Kandidat der bürgerlichen Seite im Kanton St. Gallen. Ich gehe davon aus, dass uns nun der rechte Flügel der CVP unterstützt und auch die FDP sich für uns einsetzt. Es kann nicht sein, dass ein solch bürgerlicher Kanton wie der Kanton St. Gallen im «Stöckli» nicht entsprechend vertreten ist.»

Sven Bradke, Vize-Präsident der FDP St. Gallen, sagt gegenüber dem «Regionaljournal Ostschweiz» von Radio SRF 1, dass die FDP den SVP-Kandidaten Thomas Müller anhören werde. Bradke könnte sich vorstellen, Müller zu unterstützen. Sicher sei, dass die Partei nicht Paul Rechsteiner unterstützen werden.

Die Ergebnisse des 1. Wahlgangs der Ständeratswahl St. Gallen finden Sie hier.