Walliser Wahlkampf wird kritisch beurteilt

Viele Walliser Kandidaten stecken Unsummen von Geld und viel Zeit in ihren Wahlkampf. Den jungen Wahlbeobachtern ist das des Guten zu viel.

Wahlkampf im Wallis ist teuer. Wohl der teuerste in der ganzen Westschweiz, wie die Zeitung «Le Temps» kürzlich berichtete. In keinem anderen Kanton gebe es so viele Kandidierende, die mehr als 100'000 Franken für ihre persönliche Kampagne ausgeben.

Das haben auch die Wahlbeobachter festgestellt. Sie beurteilen das kritisch: «Der ganze Kanton ist mit Wahlplakaten tapeziert. Ich frage mich, was das bringt», sagt Wahlbeobachter Lukas Bertholjotti. Die Schüler, welche die Walliser Kandidaten während mehreren Wochen begleitet haben, sprechen von «zu viel Show».

Zeitaufwand überrascht

Gestaunt haben die Maturandinnen und Maturanden des Kollegiums auch darüber, wie viel Zeit der Wahlkampf in Anspruch nimmt. Manche Kandidaten nehmen jedes Wochenende an bis zu zehn Anlässen teil. «Das hätte ich nie gedacht», sagt Lena Maria Seematter.

Die Walliser Wahlbeobachter wollen am übernächsten Wochenende alle wählen gehen. Selbst in die Politik einzusteigen können sich allerdings nur die wenigsten vorstellen: Dafür erscheint ihnen der Wahlkampf zu aufwändig.

Die Wahlbeobachter

Die Wahlen 2015 durch die Brille junger Erwachsener: Auszubildende und Maturanden verfolgen den Wahlkampf, fühlen den Kandidaten auf den Zahn und berichten von ihren Erlebnissen. Die Serie entsteht in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen Bern und Freiburg und mit dem Kollegium Brig.

Weitere Berichte finden Sie unter srf.ch/wahlen bei Ihrem Kanton.