Ständerat ZH: Entäuschung bei der GLP, Freude bei SP und FDP

Die GLP ist mit ihrer Mission gescheitert, den Sitz der abtretenden Ständerätin Verena Diener zu verteidigen. GLP-Kandidat Martin Bäumle landet abgeschlagen auf dem 5. Platz und steht nicht mehr zur Verfügung. Die SP freut sich dagegen über ihren Wahlerfolg: Daniel Jositsch wird auf Anhieb gewählt.

Martin Bäumle, GLP

Bildlegende: Martin Bäumle hat das Handtuch geworfen. Für den zweiten Wahlgang im Ständeratskampf steht er nicht zur Verfügung. Keystone

Für die GLP ist das Resultat enttäuschend. Sie hat mindestens auf ein Achtungsresultat ihres Kandidaten Martin Bäumle gehofft. Er gibt zu: «Wir hätten mit einem Kopf an Kopf-Rennen mit dem Grünen Bastien Girod gerechnet.» Bäumle fehlten aber über 23'000 Stimmen auf den Kandidaten der Grünen. Die Verteidigung des Ständeratssitzes rückt für die GLP in weite Ferne.

Diener nicht überrascht

Verena Diener, die ihren Ständeratssitz gerne an Martin Bäumle «weitergereicht» hätte, gibt sich pragmatisch: «Wir wussten, dass wir den Sitz nicht halten können.» Sie sei Martin Bäumle deshalb sehr dankbar, dass er den Kampf auf sich genommen habe. Als Grund sieht Diener vor allem, dass vermehrt ein Rückzug zu den alt-etablierten Parteien stattgefunden habe und grüne Themen weniger im Fokus stünden.

Jositsch von Anfang an in Führung

So gross die Enttäuschung bei der GLP, so gross ist die Freude ist bei der SP. «Wir wussten, dass Daniel Jositsch bekannt und weit über die SP hinaus akzeptiert ist», sagt SP-Parteipräsident Daniel Frei im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Doch dass ihr Kandidat derart gut abschneidet und den Ständeratssitz bereits im ersten Wahlgang erobert, hat Daniel Frei nicht erwartet

FDP zuversichtlich - Bürgerliches Päckli mit SVP unwahrscheinlich

Betont zuversichtlich gibt sich die FDP. Ihr Kandidat Ruedi Noser belegt den zweiten Platz. Beat Walti sieht gute Chancen, dass es Ruedi Noser im zweiten Wahlgang in den Ständerat schafft.

Spannend ist die Frage, ob sich FDP und SVP auf einen Kandidaten einigen können, um die bestmögliche Chance auf einen bürgerlichen Ständerat zu wahren. Beat Walti kann sich das nur vorstellen, wenn dieser Kandidat Ruedi Noser heisst. Auf eine solche Einigung hat die SVP allerdings wenig Lust: «Als wählerstärkste Partei können wir die Ständeratswahl nicht kampflos der FDP überlassen», sagt dazu SVP-Parteipräsident Alfred Heer.

Girod als lachender Dritter?

Diese Uneinigkeit könnte Folgen haben: nehmen sich die bürgerlichen Kandidaten beim zweiten Wahlgang gegenseitig zu viele Stimmen weg, könnte am Schluss Bastien Girod von den Grünen als Lachender Dritter die Wahl gewinnen.

Bereits bekannt ist, dass Martin Bäumle, der Kandidat der Grünliberalen, nicht mehr antritt. Wie sich Bastien Girod entscheidet, will die Grüne Partei am Montagabend bekanntgeben.