Martin Landolt – was Strassenlampen mit Politik zu tun haben

Es war ein Erfolg aus dem Stand. 5,4 Prozent der Stimmen, neun Sitze im Nationalrat eroberte die BDP vor vier Jahren. Heute sieht es weniger rosig aus. National, aber auch in den Kantonen. Peter Maurer hat sich mit BDP-Präsident Martin Landolt unterhalten.

Martin Landolt

«Ich vergleiche den Job mit dem einer Strassenlampe: Oben muss sie leuchten, unten wird sie angepinkelt.» Der, der das sagt, ist Martin Landolt, Präsident der BDP. Der Job, den Landolt meint, ist seiner – der des Parteichefs. Die Aussage stammt aus dem Jahr 2012. In diesem Jahr hat er das Präsidentenamt übernommen.

Und heute, Herr Landolt? Wie sieht es aus, oben und unten? «Ich tue mein Bestes, um weiterleuchten zu können. Die Beine trocknen regelmässig wieder. So gesehen hat mich nichts erreicht, womit ich nicht gerechnet hätte».

Verlieren verboten

Leidenschaft brachte er viel mit, der einzige Glarner Nationalrat. «Wir sind gut unterwegs», das sagte Landolt oft, damals. Seine Partei feierte Erfolge. Heute läuft es nicht mehr so rund.

Da war einmal die äusserst schmerzhafte Niederlage bei den bernischen Kantonswahlen vor einem Jahr: 11 der 25 BDP-Parlamentssitze weg. Dann die Wahlschlappe im Baselbiet. Landolt, der smarte Kommunikator, bilanzierte danach ernüchtert: «Es ist katastrophal.»

Und die Aussichten sind nicht besser: Auch das jüngste Wahlbarometer zeigt bei der BDP nach unten. Eine erneute Niederlage kann sich die Partei eigentlich nicht leisten. Landolt weiss das. «Wir haben eine Grösse, bei der wir uns keine Niederlage leisten können. Wir müssen wachsen, um unsere Geschichte weiterschreiben zu können.» Und wenn doch? «Dann müssten wir unsere Ziele anpassen. Aber damit wollen wir uns nicht befassen.»

Ein schlauer Fuchs

Eine weitere offene Frage: Was tut Eveline Widmer-Schlumpf? Bleibt die BDP-Bundesrätin, die Galionsfigur der Nischenpartei, überhaupt noch bis zu den Wahlen? Er wisse es nicht, sagt Landolt. Aber: «Ich hoffe es. Sie ist wichtig für die Mehrheiten im Bundesrat. Und sie hat nach wie vor den Tatendrang, dieses Land weiter zu gestalten.»

Landolt sei wendig, nicht fassbar, wie seine Partei. Mitunter ein Opportunist, sagen seine Gegner. Er sei ein schlauer Fuchs, sagen alte Weggefährten über den leidenschaftlichen Jäger. Und er, dessen Partei mit der fleissigen Biene als Maskottchen in den Wahlkampf zieht, welches Tier möchte er denn sein? Vielleicht ein Gemsbock, sagt Landolt.

Kurzporträt

Martin Landolt (*1968), Betriebsökonom HWV. Begann die politische Karriere bei der SVP. 2003 bis 2008 Vizepräsident der SVP Glarus. 2008 gründete er zusammen mit Gleichgesinnten die BDP des Kantons Glarus, die er auch präsidierte. 2009 in den Nationalrat gewählt. Seit 2012 Präsident der BDP Schweiz. Hobbys: Jagd, Volleyball, Tourenskifahren.

Blick auf die BDP

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