Zum Inhalt springen

Wahlen15 Wahlhilfe SVP: Auf der Erfolgswelle

Die SVP kann bei den Wahlen leicht zulegen, darin sind sich die Experten einig. Doch die Frage ist, wie viel. Denn das Wählerpotential sei zum grossen Teil ausgeschöpft.

Smartspider-Grafik der SVP
Legende: SVP-Smartspider: Je höher der Wert bei 100 liegt, desto höher ist die Zustimmung zu dem jeweils formulierten Ziel. Smartvote/Sotomo

So steht es um die Partei

Die SVP setzt sich ein ehrgeiziges Ziel: Bei den Wahlen im Herbst will sie sowohl den Wähleranteil ausbauen als auch die Zahl der National- und Ständeratssitze erhöhen.

Laut dem Zürcher Politikwissenschaftler Thomas Milic ist dieses ehrgeizige Ziel gar nicht so unrealistisch: «Ich gehe davon aus, dass die SVP noch etwas zulegen wird, weil sie in den meisten kantonalen Wahlen ebenfalls zugelegt hat.» Dass der Wind noch drehe, sei ziemlich unwahrscheinlich.

Sachabstimmungen zu den beiden Kernthemen der SVP, Europa- und Ausländerpolitik, zeigten zudem: «Es ist noch Potential vorhanden.» Doch dieses Potential auszuschöpfen, sei schwierig. «Offenbar hat die SVP auf hohem Niveau den Sättigungsgrad beinahe erreicht. Ein Wählerzuwachs wie in den späten 1990er-Jahren ist auf diesem Niveau auf jeden Fall nicht mehr möglich.»

Viel Luft nach oben habe die Partei nicht mehr, sagt auch Politologin Sarah Bütikofer von der Universität Zürich: «Das Potential der SVP ist praktisch ausgeschöpft.» Durch die Abspaltung der BDP habe die SVP ein gewisses Wählersegment verloren. Doch davon abgesehen habe sie ihren seit zwanzig Jahre andauernden Aufstieg fortsetzen können.

Und worauf basiert der Erfolg der wählerstärksten Partei? «Die SVP ist nach wie vor einzige Partei, die dezidiert gegen Europa ist und für restriktivere Massnahmen in der Ausländerpolitik», erklärt Thomas Milic. «Die Partei ist sehr präsent im politischen Diskurs», sagt Sarah Bütikofer. Dies verdanke sie auch den anderen Parteien, da sich diese von der SVP abgrenzten und deren Profil dadurch schärften. «So braucht die SVP selber gar nicht mehr viel zu tun.»

Legende:
Verteilung der Nationalratssitze seit 1991 jeweils nach den Wahlen Die BDP trat 2011 erstmals bei nationalen Gesamterneuerungswahlen an und kam auf 9 Sitze. 2008 kam es zur Abspaltung der BDP von der SVP. Stand vor den Wahlen 2011: BDP 5 Mandate, SVP 59 Mandate. BFS

Der Blick zurück

Insbesondere die Masseneinwanderungs-Initiative hat der Partei Aufschwung verliehen, sind sich die Experten einig. «Und jetzt, wo es um die Umsetzung geht, kann sie gleich nochmals punkten, indem sie darauf pocht, dass der Volkswille eingehalten wird – obwohl niemand weiss, wie der ganz konkret aussieht und die SVP selbst keine Lösung mitgeliefert hat», sagt Sarah Bütikofer.

Ein Mann läuft vor einem Plakat der Masseneinwanderungsinitiative vorbei
Legende: Erfolg für die SVP: Im Februar 2014 hat das Stimmvolk knapp Ja gesagt zur Masseneinwanderungs-Initiative. Keystone

«Wenn eine Initiative angenommen wird, strahlt dies sicher auch auf die Initianten ab», sagt Thomas Milic. Doch eine wesentliche Rolle für die Wahlen 2015 spiele die Masseneinwanderungs-Initiative vermutlich nicht. Alle Parteien ausser der SVP würden versuchen, die Umsetzungsdiskussion auf die Zeit nach den Wahlen zu verschieben.

Wofür steht die Partei?

Die SVP fordert eine selbstbestimmte und unabhängige Schweiz. «Frei bleiben!» lautet deshalb ihr Motto für die Wahlen 2015. Ein weiterer Schwerpunkt der Partei ist die «konsequente Ausschaffung krimineller Ausländer». Zu den drei Kernthemen EU, Energiewende und AHV-Reform positioniert sich die Partei wie folgt:

  • Beziehung zur EU und Personenfreizügigkeit: Die SVP ist gegen die Personenfreizügigkeit und will die Einwanderung durch Kontingente regeln. Zudem befürchtet die Partei den «schleichenden EU-Beitritt» der Schweiz. Ihre nächste Volksinitiative «Schweizer Recht statt fremde Richter» zielt darauf ab, das Schweizer Recht vor das Völkerrecht zu stellen. Zu letzterem gehört auch die europäische Menschenrechtskonvention.
  • Energiewende: Die SVP lehnt die Energiewende, wie sie der Bundesrat vorgeschlagen hat, ab. Die Energiestrategie 2050 sei «planlos und überstürzt», so wie auch der beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie.
  • AHV-Reform: Die Partei begrüsst die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre. Auch eine Flexibilisierung des Rentenalters befürwortet sie. Allerdings hält die Volkspartei die Vorlage des Bundesrats für politisch überladen. Sie befürchtet, dass die AHV-Reform höhere Steuern und Abgaben zur Folge hat.

Kennzahlen – Schweizerische Volkspartei

Wähleranteil Nationalratswahlen 2011
26,6 Prozent
Mitglieder90'000
Sitze Nationalrat
54 (7 Frauen, 47 Männer)
Sitze Ständerat
5 (5 Männer)
Parteipräsident
Toni Brunner
Gründungsjahr
1971 (Vorgängerpartei BGB: 1917)
Linkwww.svp.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster

Parteien – die Analyse

Parteien – die Analyse

Eine Einschätzung dazu, wie die einzelnen Parteien aufgestellt sind, gibt es hier. Für das Wahlbarometer vom Juni 2015 klicken Sie hier.

142 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Eugen Baumgartner, 4153 Reinach BL
    In den letzten Jahren ist es der SVP Parteispitze gelungen, im Nationalrat die Sitze mit glaubwürdigen, und renommierten Mitgliedern zu besetzen. Dies hat Signalwirkung bis hinunter zur Basis! Nachdem ich mit einer Analyse den Inhalt der Reden, und deren Glaubwürdigkeit über prüft habe ist mir die Qualität der SVP Redner innen aufgefallen. Nach meiner Überzeugung wird die SVP bis im Wahlherbst erneut viele Neuwähler gewinnen. EB mit Studium der Medienwissenschaften an den Unis BS und BE.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Eine Partei ist immer nur so stark, wie ihre Politiker gut sind. Also muss die SVP ja viele gute Politiker/Innen haben. :-) Schade, haben Grüne & die GLP ihre Welle vor 2 Jahren nicht besser genutzt, sich stattdessen zu sehr bei der SP angebiedert. Die Welle der FDP nur sehr klein, wird sie auch bald Vergangenheit sein. Hingegen wird die Zuwanderung,- & Flüchtlingspolitik noch länger ein akutes Problem sein, welches den Menschen schwer im Magen liegt.. Da hat die SVP eine gute Welle erwischt.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Michael Ende, Zürich
    Die Partei pflegt Ihre Kernthemen? FALSCH. Die Partei behandelt die Themen, die auch die anderen Parteien zum Wohl der Schweiz längst hätten angehen sollen. Währenddem die anderen Parteien Ihre Augen immer noch vor der Realität verschliessen, handelt die SVP sachlich und lösungsbezogen an den dringensten Problemen unserer Zeit und ist als einzige Partei in der Lage die eurozentristischen Dogmen als das zu bezeichnen was sie sind: Diebstahl, Lug und Betrug !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jury Maligan, Chiang Mai
    Der Katzenjammer der FDP wegen deren Niedergang lässt nicht nach. Lieber wird links gestimmt, als zusammen mit der SVP ein bürgerliches Projekt gestützt. Dass die CVP/CSP fusionierten links stehen ist ja allgemein bekannt. Der bürgerliche Schulterschluss bleibt leider aus Missgunst gegenüber der SVP nur Schall und Rauch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen