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Wahlkampf Schweizer Wahlkampf ähnlich teuer wie in den USA

Neue Zahlen zeigen: Im Juli haben sich die Ausgaben der Parteien für Wahlwerbung etwas abgeschwächt. Trotzdem ist der diesjährige Wahlkampf auf bestem Weg, der teuerste aller Zeiten zu werden. Und: Auf den Kopf gerechnet geben die Parteien in der Schweiz ähnlich viel aus wie in den USA.

Legende: Video «FOKUS: Wahlkampf ist so teuer wie nie» abspielen. Laufzeit 4:17 Minuten.
Aus 10vor10 vom 18.08.2015.

Offenheit über die Geldmittel im Wahlkampf ist in der Schweiz nach wie vor Wunschdenken – just gestern kritisierte , Link öffnet in einem neuen Fensterdie Europäische Staatengruppe gegen Korruption (GRECO) erneut die mangelhafte Transparenz bei der Parteienfinanzierung. Woher das Geld kommt, lässt sich in der Tat schwer beziffern – wofür es eingesetzt wird, jedoch schon.

Der grosse Wahlkampf steht noch bevor

Ein Ansatz, um Licht ins Dunkel zur bringen, sind die Zahlen von MediaFocus, die SRF vorliegen. Das Unternehmen beobachtet kontinuierlich, in welchem Ausmass die Parteien Wahlwerbung betreiben – wie viele Inserate sie platzieren, in welchem Ausmass sie Banner aufschalten oder Plakate aufstellen lassen. Und wie viel das ungefähr kostet.

Die Rückschau auf 2011 verdeutlicht: Das meiste Geld wird vor allem ab August ausgegeben – der grosse Schilderwald steht also noch bevor. Die neuesten Zahlen für den Juli sind ab heute verfügbar. Im Vergleich zum Juli 2011 wurde in diesem Jahr ein bisschen weniger investiert. Die bisherigen Ausgaben sind dennoch rund ein Viertel höher als noch vor vier Jahren. Dafür sind hauptsächlich zwei Parteien verantwortlich.

Legende:
Der Verlauf der Ausgaben für Wahlwerbung MediaFocus

Über 90 Prozent der Werbeausgaben von SVP und FDP

Während die Ausgaben der Parteien zwischen Anfang April und Ende Juli 2011 noch fast gleichmässig zwischen SVP, FDP und CVP verteilt waren, sind sie heuer viel stärker konzentriert. Rund 90 Prozent gehen auf das Konto von SVP und FDP – erstere investierte bisher über dreimal mehr als vor vier Jahren und stieg auch früher in den Wahlkampf ein. Laut Wahlkampfleiter Albert Rösti sei der Vorwahlkampf «wichtiger denn je».

Legende:
Ausgaben für Wahlwerbung nach Parteien (April bis Juli) MediaFocus

Gemäss Georg Lutz, Politikwissenschaftler an der Universität Lausanne, hat der diesjährige Wahlkampf das Potenzial, der teuerste aller Zeiten zu werden. «Auf die Bevölkerung heruntergerechnet geben die Parteien hierzulande wahrscheinlich ähnlich viel aus wie in den USA», sagt er. Dass ein grosses Wahlkampfbudget ein Garant für den Erfolg an der Urne ist, bezweifelt er jedoch.

35 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler, Winterthur
    Das Problem ist, dass wir uns schon lange von der Sachpolitik verabschiedet haben. Partikularinteressenvertreter kaufen sich Stimmen über grosse Parteispenden. Dabei agieren sie sehr subtil & clever.Es wird direkt auf den kleinen Mann abgezielt, seine Ängste geschürt, es wird dort «gezeuselt» wo die gemeine Volksseele rasch zu kochen beginnt.Es ist eine eigentliche «Stammtischmeinungsbefeuerung» im Gange. Subtil lasen sich auch labile & unzufriedene Menschen akquirieren! Das ist gefährlich!
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  • Kommentar von P Zunger, Basle
    Was bei diesen Aufstellungen geflissentlich nicht aufscheint, ist Tatsache, dass Journalisten der Main-Stream Presse und der Billag-finanzierten Staatsmedien sich grossmehrheitlich zum linkeren Spektrums bekennen. So läuft sehr viel Politwerbung für Links-Grün unentgeldlich als "Informationen" über diese Kanäle, letztendlich bezahlt über Hintertür von "politisch korrekten" Verlagen und Billag Gebühren. Würde man dies korrekt in die Statistik einbeziehen, sähe Verteilung ganz anders aus.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Solange sich viele Wähler treudoof mit dümmlicher Werbung fangen lassen, solange kaufen sich Parteien wie SVP und FDP ihre Deppen. Nur so ist es möglich, dass 70% nicht denkender Bürger gegen ihre Interessen stimmen. Die Demokratie scheitert an der medialen verblödeten und lernresistenten Wählerschaft.
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