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Wahlkampf SP warnt an Wahlveranstaltung vor Rechtsrutsch

Die SP hat sich an einer Veranstaltung in Turgi auf die Endphase vor den nationalen Wahlen eingestimmt. Parteipräsident Christian Levrat betonte die Gefahr eines Rechtsrutsches. Auch Bundesratsmitglieder Simonetta Sommaruga und Alain Berset sowie EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hielten Reden.

Legende: Video Martin Schulz besucht SP-Wahlfest abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2015.

Die SP Schweiz hat auf der Holzbrücke in Turgi (AG) die heisse Phase des Wahlkampfes eingeläutet. Parteipräsident Christan Levrat sagte, die Gefahr eines Rechtsrutsches am 18. Oktober sei real. Die SP sei die einzige Partei, welche dies abwenden könne.

Gewinne die Rechte, dann spreche man nicht mehr über die Erhöhung der AHV-Renten, sondern über die Erhöhung des Rentenalters. Man spreche dann nicht mehr über Abschalttermine oder erneuerbare Energien, sondern über die Aufhebung des Neubauverbots für AKW, sagte Levrat.

12. September als Geburtstag der demokratischen Schweiz

Als grösste Partei des progressiven Lagers sehe sie sich in der Verantwortung, die demokratische Schweiz von 1848 gegenüber der feudalen Schweiz von 1291 zu verteidigen, betonte Levrat.

Darum habe die SP Schweiz den 12. September, den Geburtstag der demokratischen Schweiz, als Datum ausgewählt. Genau heute vor 167 Jahren hätten visionäre Vordenker es geschafft, nach einem Bürgerkrieg drei Kulturen, 26 Einzelstaaten, zwei Konfessionen zusammenzubringen.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz auf der Holzbrücke in Turgi.
Legende: Begegneten sich als Parteigenossen: Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Keystone

Zuspruch von EU-Parlamentspräsident Schulz

Prominenter Gast der Veranstaltung war EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, welcher der Schweiz und der Schweizer Sozialdemokratie ein gutes Zeugnis ausstellte. Die SP Schweiz sei eine stolze Partei, die seit über 125 Jahren für eine offene und solidarische Schweiz kämpfe, mutig nach vorne blicke und tatkräftig anpacke, sagte der deutsche Gast.

Schulz betonte zudem die Werte der Solidarität in der Flüchtlingskrise: Angesichts der schrecklichen Bilder gebe es in Europa immer noch Politiker, die Zäune bauen und sich abschotten. Die Flüchtlinge kämen nach Europa, weil sie hier Solidarität, Menschlichkeit und Freiheit erwarten. Diese Werte seien auch diejenigen der Sozialdemokratie.

Flüchtlingskrise als Bewährungsprobe

Weitere Redner an der Veranstaltung mit rund 200 Anwesenden waren der Historiker Jakob Tanner und die beiden SP-Bundesratsmitglieder Simonetta Sommaruga und Alain Berset.

Auch die Bundespräsidentin kam auf die Flüchtlingskrise und deren Bewältigung zu sprechen: Im Flüchtlingsbereich gebe es keine Lösung, die das Problem zum Verschwinden bringe, sagte Sommaruga. Die Schweiz und Europa werde man daran messen, wie man mit der Flüchtlingskrise umgehe.

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56 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Eisenhut (Ruedi Eisenhut)
    Wann hört die Rechts-, Linkspolitik auf? Macht endlich mal SACHPOLITIK! Dann würde es vielleicht mal vorwärtsgehen und die Theoretiker müssten mal PS auf den Boden bringen... anstatt grossgeschwollene Reden schwingen....
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    1. Antwort von robert mathis (veritas)
      R.Eisenhut,sehr gut erkannt,bin genau dieser Meinung,es bringt uns nicht weiter wenn ständig links gegen rechts und umgekehrt beleidigt und diffamiert wird,beide Seiten stellen unsere Volksvertreter und haben Verantwortung,dafür wurden sie gewählt.
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    2. Antwort von M. Keller (tgmike)
      Wir haben's in knapp einem Monat in der Hand; indem wir keine "Bisherigen" mehr nach Bern schicken; Zeit für frisches Blut, die heutige Politikergeneration(en) in Bern können nur noch sich gegenseitig verhindern, das Land in Stagnation führen, und nur noch Maximalstandpunkte einnehmen, null Kompromiss, nur noch "die Gegenseite verhindern". Genug ist Genug. "Meine Schweiz" ist ein Land des Konsens, des Kompromisses und des "gesunden Mittelwegs". Weder SP noch SVP genügen diesen Kriterien.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    und DAS gedacht:man warnt nur, wenn man vor etwas Angst hat JA ihr muesst befuerchten, IHR habt versagt bei einem wichtigen Projekt, der Menschlichkeit.. die Unterschaetzung der Migranten.. Verwechslung von Wirtschaftsmigrantismus mit Asylanten. Die EU Hoehrigkeit ist ein anderes Kapitel.Es ist gravierendes Fehlverhalten das Euch entscheidend Stimmen kosten koennte.. Nein Ihr seid nicht boesartig, Ihr habt es gut gemeint, aber IHR habt Euch geirrt..nun so: man bezahlt auch fuer Irrtuemer!!
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    1. Antwort von Hans Meier (hm)
      Finde es immer wieder spannend, wie man über Migranten, Asylanten welcher Art (Wirtschaft, Krieg, ...) auch immer herziehen kann und selber lebt man als Schweizer in SA - als Migrant.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Ich finde, die Aufteilung in Links oder Rechts greift viel zu kurz. Entscheidend sind Werte wie Freiheit, Toleranz, Sicherheit, Gerechtigkeit, gelebte Demokratie. Die Liste könnte erweitert werden. Wo die Finanzdiktatur oder die EU-Diktatur punkten wollen, werden sie Wähler verlieren... so einfach ist das. Die normalen Menschen haben andere Werte als die Finanz- oder EU-"Elite". Da geht es primär um zentralistische Macht, Machterhaltung und Machtausweitung - das sind alles Zutaten für Krieg.
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