User fragen – Bundesrätin Doris Leuthard antwortet

Für die Energiewende hat der Wind gedreht. Für die Energiestrategie des Bundesrats hagelt es Kritik von links bis rechts. Einen kritischen Blick haben auch SRF-User. Bundesrätin Doris Leuthard hat sie im «Tagesgespräch» beantwortet.

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«Tagesgespräch» mit Bundesrätin Doris Leuthard

28 min, vom 28.8.2015

Peter Briner aus Schaffhausen: «Mit Wind und Fotovoltaik lässt sich nicht genug Strom herstellen, um AKW zu ersetzen. Die Energiewende ist eine Utopie.»

Bundesrätin Doris Leuthard: «Wir haben Projekte für erneuerbare Energien auf der Warteliste, die insgesamt viel mehr Strom produzieren könnten als heute das AKW Mühleberg. Das ist die Hälfte von dem, was wir bis 2035 erreichen wollen. Es läuft sehr viel. Wir bauen kontinuierlich jedes Jahr ein Stück auf.»

Heinrich Lüthi aus St. Gallen: «Lohnt sich ein Umstieg auf erneuerbare Energien? Kaum vier Prozent vom Einkommen kostet uns heute eine Versorgung mit importierten Brennstoffen. Wie teuer wird es?»

Bundesrätin Leuthard: «Eine Lenkungsabgabe bedeutet nicht, dass es teurer wird. Eine Lenkungsabgabe macht Energie teurer, damit wir weniger konsumieren. Doch die gleiche Summe wie jetzt wird dem Bürger und der Wirtschaft wieder zurück gegeben. In dem Sinne ist dies eine künstliche Verteuerung, die vollumfänglich wieder zurückfliesst. Sie ist staatsquotenneutral und fiskalquotenneural. Sie soll bewusst machen, dass wir weniger Energie konsumieren sollen. Diesen Lenkungseffekt erhoffen wir uns. Energie ist eine wichtige Ressource. Wir müssen lernen, damit sparsam umzugehen. Einen gewissen Grundbedarf werden wir immer haben. Doch im Moment verschwenden wir Energie. Die Diskussion über unser Verhalten ist deshalb wichtig.»

User Ruschin: «Warum kann nicht einfach der Benzinpreis steigen? Der Wechsel zu sauberer Energie darf durchaus etwas kosten.»

Doris Leuthard: «Der Bundesrat hat eine CO2-Abgabe auf Benzin vorgeschlagen. Dieser Vorschlag ist im Parlament nicht mehrheitsfähig. Natürlich, das ist ein sensibler Bereich, denn es gibt Regionen, in denen man mit dem Auto zur Arbeit muss – anders, als in der Stadt. Wir erhöhen nun zunächst für die Strassenfinanzierung die Abgaben auf die Mineralölsteuer. Daher geht es in diese Richtung, dass auch der Autoverkehr sauberer werden muss.»