Wahlbeteiligung 2015 wohl so hoch wie 2011

Dieses Jahr werden voraussichtlich ähnlich viele Schweizer wählen gehen wie vor vier Jahren. Darauf deuten die Zahlen zur brieflichen Stimmabgabe in verschiedenen Städten und Kantonen hin – zum Beispiel aus Genf, wo den Wählenden zum ersten Mal E-Voting zur Verfügung steht.

Eine Hand ist dabei, einen Wahlzettel in die Urne zu stecken.

Bildlegende: Im Kanton Tessin waren die Urnen bereits geöffnet. Keystone

Im Kanton Genf lag die Wahlbeteiligung per Brief und E-Voting am Freitag bei gut 34 Prozent – und damit fast gleich hoch wie vor vier Jahren, als es E-Voting noch nicht gab. Dennoch sei sie nicht enttäuscht, sagt die Genfer Staatskanzlerin Anja Wyden Guelpa: «Auch die briefliche Stimmabgabe brauchte Zeit, um sich zu etablieren.»

Wie im Kanton Genf könnte die Wahlbeteiligung auch in den Städten Bern und Zürich dieses Jahr ähnlich ausfallen wie 2011. Bis Freitag wählten in Bern rund 43 Prozent der Stimmberechtigten brieflich. In Zürich waren es gut 36 Prozent. So sah die Lage auch vor vier Jahren am Freitag vor dem Wahlwochenende aus.

Ein Rekord in Basel?

Höher sind die Werte in Basel. Bis Freitag zählte Wahlleiter Daniel Orsini 45'000 Stimmrechtsausweise. Das heisst, fast 49 Prozent der Stimmberechtigten haben bereits gewählt. Mit den weiteren Abstimmungscouverts, die seither noch eingegangen sind und mit den Stimmen derjenigen Personen, die an die Urne gehen, wird die Zahl noch steigen. Daniel Orsini kann sich vorstellen, dass es schliesslich eine Wahlbeteiligung von 53 Prozent geben wird. «Im Vergleich zu den letzten beiden Nationalratswahlen wäre das ein Rekord.»

Wahlbarometer: 49 Prozent

Vor vier Jahren lag die Wahlbeteiligung bei 48,5 Prozent. Im letzten Wahlbarometer des Forschungsinstitutes gfs zu den diesjährigen Wahlen gaben 49 Prozent der Befragten an, sie hätten die Absicht, zu wählen. Auch diese Zahl spricht dafür, dass die Wahlbeteiligung 2015 ähnlich hoch sein wird wie vor vier Jahren.

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