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Wahlen 15 Wer darf nach Bern – und wer muss gehen? Die Überraschungen

Sie sind in der Schweiz bekannt – allerdings nicht unbedingt als Politgrössen. Trotzdem haben einige dieser Prominenten den Einzug in den Nationalrat geschafft. Einige politische Urgesteine müssen dagegen ihre Sitze räumen.

  • Magdalena Martullo-Blocher holt für die SVP einen Nationalratssitz im Kanton Graubünden
  • Digitec-Gründer Marcel Dobler zieht für die St. Galler FDP in die grosse Kammer ein
  • Roger Köppel legt im Kanton Zürich ein Glanzresultat hin – und wird Nationalrat
  • Ex-Botschafter Tim Guldimann geht für die SP in die grosse Kammer
  • Christoph Mörgeli (SVP/ZH) muss seinen Sitz räumen
  • Auch Hans Fehr (SVP/ZH) verlässt das Bundeshaus unfreiwillig
  • Die SP braucht einen neuen Fraktionschef: Andy Tschümperlin (SZ) ist abgewählt
  • Patientenschützerin Margrit Kessler (GLP/SG) ist ebenfalls abgewählt

Die Familie Blocher ist wieder in Bern vertreten: Ems-Chemie-Chefin Magdalena Martullo-Blocher schafft für die SVP und den Kanton Graubünden überraschend den Einzug in die grosse Kammer. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der SVP und der kleinen bürgerlichen Listenverbindung aus BDP, CVP und FDP. Es ging um den Sitz des Grünliberalen Josias Gasser, dessen Wiederwahl seit Langem als gefährdet galt. Und Gasser schaffte es nicht mehr.

Legende: Video Martullo-Blocher zu ihrer Wahl in den Nationalrat abspielen. Laufzeit 1:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.10.2015.

Schliesslich hatte die SVP die Nase hauchdünn vorne und und die Mitteparteien verfehlten ihr Ziel, den vor vier Jahren verlorengegangen Sitz der FDP zurückzuholen.

Triumphzug des Weltwoche-Chefs

Magdalena Martullo-Blocher fühlt sich geehrt, dass die das Vertrauen der Bündner gewinnen konnte. Sie habe sich im Wahlkampf sehr engagiert, sagt sie im SRF-Interview. Sie sei fast jeden Abend unterwegs gewesen, habe den Leuten die Möglichkeit gegeben, sie kennenzulernen. «Offenbar passt den Menschen meine Politik, die ich als SVP-Vertreterin mache sowie mein Unternehmertum.» Sie wolle die nächsten vier Jahre in Bern alles tun, um ihre Wähler nicht zu enttäuschen.

Auch im Kanton Zürich gab es Überraschungen. Weltwoche-Chef Roger Köppel schaffte es von Listenplatz 17 aus an die Spitze – und ist damit klar in den Nationalrat gewählt. Ein ähnlicher Coup gelang Quereinsteiger und Ex-Botschafter Tim Guldimann, der für die SP nach Bern zieht – mit dem viertbesten Ergebnis seiner Partei. Für die FDP darf der St. Galler Digitec-Gründer Marcel Dobler ins Bundeshaus einziehen.

Über 20 Jahre in Bern sind offenbar genug

Andy Tschümperlin.
Legende: Die SP muss sich einen neuen Fraktionschef suchen: Andy Tschümperlin wurde nicht mehr gewählt. ZVG/SRG

Gleich drei Zürcher SVP-Polit-Urgesteine müssen ihre Plätze räumen: Christoph Mörgeli, Hans Fehr und Ernst Schibli sind abgewählt. Einen prominenten Abgang gibt es auch im Kanton Schwyz: SP-Fraktionschef Andy Tschümperlin muss sich aus Bundesbern verabschieden. Seine Partei verliert den Sitz an die SVP.

Ein SVP-Vertreter aus dem Kanton Solothurn darf hingegen im Dezember nicht mehr auf seinen Platz zurückkehren: Roland Borer sass für die Partei seit 1991 in der grossen Kammer. Jetzt ist auch für ihn Schluss. In St. Gallen muss Patientenschützerin Margrit Kessler (GLP) über die Klinge springen. Sie verpasst ihre Wiederwahl und durfte somit nur vier Jahre in Bern politisieren.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Hans König (Hans König)
    Im Gegensatz zu den SVP-Wäher/innen akzeptieren die SP-Wählerinnen - wie sich im Kanton Bern zeigt - die Ungereimtheiten ihrer Parlamentarier/in. Herr Mörgeli musste über die Klinge springen, weil sein Tun und die Art der SVP-Wählerschaft nicht mehr passte, daher wurde er nicht mehr gewählt. Im Gegensatz bleiben im Kanton Bern zwei fragliche SP-Personen im Parlament. Das ist einer der Unterschiede dieser beiden Parteien.
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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Betrachte ich die wichtigen Dossier ist der Wahlausgang erfreulich. Die SVP hat 30 %. Alle Anderen 70%. Alle Menschen in der Schweiz, die der Angstmacherei der SVP gefolgt sind haben nur 30% unsere stimm- und wahlberechtigten Personen ausgemacht. Das heisst, weder muss die Masseneinwanderungsinitiative buchstabengetreu umgesetzt noch die bilateralen Beziehungen zur EU auf Spiel gesetzt werden. Die Schweiz ist international nach wie vor ein verlässlicher Partner.
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  • Kommentar von Urs-Peter Stäuble (Urs-Peter Stäuble)
    Solange Linke und Grüne die Missstände im Sozial- und Asylwesen nicht benennen wird die Rechte zulegen.
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