Baselbieter Juso wollen altgediente Politikerin unterstützen

Susanne Leutenegger Oberholzer befürwortet zwar die Amtszeitbeschränkung ihrer Partei, tritt aber erneut zur Wahl in den Nationalrat an. Unterstützung erhält sie dabei vom neuen Juso-Co-Präsidenten Joël Bühler.

Susanne Leutenegger Oberholzer am Rednerpult im Parlament in Bern

Bildlegende: Tritt SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer nochmals an? Keystone

Die Baselbieter SP will einen Generationenwechsel vollziehen. Vor einem Jahr führte sie deshalb eine Amtszeitbeschränkung ein. Diese Altersguillotine, die von den Baselbieter Juso gefordert wurde, kommt ab 2019 zum Tragen. Sie betrifft die kommenden nationalen Wahlen vom Herbst also offiziell noch nicht.

Das ist ein Glück für die langjährige Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer, die ebenfalls für die Amtszeitbeschränkung ihrer Partei ausgesprochen hatte. Sie will nämlich nochmals zur Wahl in den Nationalrat antreten. Wird sie am Samstag von ihrer Partei nominiert und im Herbst vom Volk gewählt, würde sie die 6. Legislatur im Nationalrat antreten. Vier Mal wurde sie für die SP in die grosse Kammer gewählt, 1987 ein Mal für die Progressiven Organisationen der Schweiz (Poch). Dazwischen war sie acht Jahre lang nicht in Bern.

Untersützung von den Juso

Für die Nomination bekommt Leutenegger Oberholzer Unterstützung von der Jungpartei, den Juso. Dennoch kann Leutenegger-Oberholzer mit ihren 67 Jahren und vielen Legislaturen keineswegs als Beispiels für den angestrebten Generationenwechsel dienen. Doch der Druck ist nach den misslungenen kantonalen Wahlen, wo sich die SP kürzlich ganz aus dem Regierungsrat verabschieden musste, derart gross, dass die Generationenfrage bei den kommenden Wahlen in den Hintergrund rücken muss. Zudem steht Leutenegger-Oberholzer, die zu den ganz linken Politikerinnen und Politiker im Nationalrat gezählt wird, den Juso auch politisch nahe.

An der Parteiveranstaltung wird Leutenegger Oberholzer denn auch von einem Jungen portiert, vom neuen Juso-Co-Präsidenten Joël Bühler nämlich. Er selbst ist 19 Jahre jung. «In der aktuellen Lage können wir auf eine exzellente Wirtschaftspolitikerin wie Susanne Leutenegger Oberholzer schlicht nicht verzichten», sagt er. Und auch Samira Marti, die 21-Jährige, die ebenfalls auf die Nationalratsliste will, hat nur lobende Worte für Susanne Leutenegger Oberholzer übrig - und das, obwohl Marti als vorherige Juso-Co-Präsidentin massgeblich an der Einführung der Amtszeitbeschränkung beteiligt gewesen war.

Marti sagt, sie wünsche sich einen «fliessenden Generationenwechsel». Und dass wahrscheinlich sowohl sie selbst als auch Leutenegger Oberholzer auf die Nationalratsliste kommen, zeuge von einem «fliessenden Wechsel». Weiter werde am Samstag mit dem bald 22 -jährigen Adil Koller eine junge Person Co-Präsident der Baselbieter SP. Auch dies spreche für diesen fliessenden Wechsel, sagt Marti.

Auch Ständeratskandidat Janiak ist im Rentenalter

Allerdings tritt nicht nur mit Susanne Oberholzer-Leutenegger eine Person im Rentenalter für die Baselbieter SP zur Wahl an. Auch Claude Janiak, der bereits im Rentenalter ist, will sich erneut als Ständeratskandidat aufstellen lassen.

(Regionaljournal Basel, 17:30 Uhr)