Die Nomination von Albert Rösti war eine Formsache

Die Berner SVP schickt Nationalrat Albert Rösti in den Ständeratswahlkampf. Die Delegierten nominierten den 47-jährigen Uetendorfer am Mittwoch ohne Diskussion und mit Applaus. Rösti war der einzige verbleibende Kandidat. Seiner Nomination ging ein parteiinternes Hickhack voraus.

In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Parteiexponenten Interesse an einer Kandidatur signalisiert. Zuerst preschte der wegen Amtszeitbeschränkung abtretende Nationalrat Rudolf Joder in einer unabgesprochenen Aktion vor. Damit stiess er verschiedene Parteikollegen vor den Kopf, da viele in Parteipräsident Werner Salzmann ihren Wunschkandidaten sahen.

Salzmann signalisierte dann ebenfalls sein Interesse. Schliesslich bewarb sich auch der grössrätliche SVP-Fraktionschef Peter Brand noch um eine Kandidatur. Die Parteileitung drängte schliesslich auf eine Doppelkandidatur eines amtierenden Nationalratsmitgliedes. Im Fokus stand Nationalrat Albert Rösti. Nach Röstis Zusage nahmen sich Salzmann und Brand umgehend aus dem Rennen. Joder blieb zunächst unbeugsam, blies dann aber Mitte Oktober ebenfalls zum Rückzug.

Die SVP-Delegierten nominierten Rösti am Mittwoch per Akklamation einstimmig. "Wo gearbeitet wird, geschehen Fehler, wo politisiert wird auch", wandte sich Rösti an die Delegierten. In einer grossen Partei sei es eben nicht immer vermeidbar, dass solche Sachen in der Öffentlichkeit diskutiert würden. Jetzt gelte es aber, vorwärts auf die Wahlen zu schauen, sagte Rösti.